Für gesunde Zähne

Fluorid – wichtig zur Kariesprophylaxe

Fluorid wird gerne als Mineralstoff zur Kariesprophylaxe propagiert. Fluorid ist zwar kein lebensnotwendiger Mineralstoff, den wir mit der Nahrung zu uns nehmen müssen, hat aber eine günstige Wirkung auf die Zahngesundheit. Die zusätzliche Aufnahme von Fluorid kann deshalb zur Kariesprophylaxe oder –behandlung sinnvoll sein.

Glas mit Wasser

Inhalt

Eigenschaften– Unterschied zwischen Fluor und Fluorid

Das chemische Element Fluor ist ein giftiges Gas. Es kommt in der Natur jedoch nur gebunden als Fluorid vor, z. B. als Calciumfluorid oder Kaliumfluorid und ist in dieser Form nicht giftig. Fluoride nehmen wir mit der Nahrung auf und sie erfüllen in unserem Körper unterschiedliche Aufgaben.

Wie wirkt Fluorid auf unsere Zähne und Knochen?

In unserem Körper ist Fluorid insbesondere in Knochen und Zähnen eingelagert und ist dort an der Mineralisation und Härtung beteiligt. Fluorid macht die Zähne stabiler und säureresistenter und hemmt Bakterien an der Zahnoberfläche. In den Knochen fördert Fluorid die Einlagerung von Mineralstoffen und ist beteiligt am Knochenstoffwechsel.

Unser Bedarf an Fluorid (laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung)

0 – 4 Monate: 0,25mg/Tag

4 – 12 Monate: 0,4mg/Tag

1 – 4 Jahre: 0,7mg/Tag

4 – 7 Jahre: 1,0mg/Tag

7 – 10 Jahre: 1,5mg/Tag

10 – 13 Jahre: 2.1mg/Tag

13 – 15 Jahre weiblich: 2,7mg/Tag

13 – 15 Jahre männlich: 2,8mg/Tag

> 15 Jahre weiblich: 3,0mg/Tag

> 15 Jahre männlich: 3,5mg/Tag

Schwangere / Stillende: 3,0mg/Tag

Die optimale Fluoridzufuhr liegt bei 0,05mg/kg Körpergewicht pro Tag. Eine höhere Zufuhr während der Schwangerschaft bringt keine Vorteile für die Entwicklung des kindlichen Gebisses

Wer hat einen erhöhten Fluorid-Bedarf?

Einen erhöhten Fluoridbedarf gibt es nicht. Fluorid ist kein lebensnotwendiger Mineralstoff, den wir mit der Nahrung zu uns nehmen müssen. Fluorid hat aber eine günstige Wirkung auf die Zahngesundheit. Die zusätzliche Aufnahme von Fluorid kann deshalb zur Kariesprophylaxe oder -behandlung sinnvoll sein.

Welche Lebensmittel liefern Fluorid?

In allen Lebensmitteln, ob pflanzlich oder tierisch, sind nur geringe Fluoridgehalte vorhanden. Den höchsten Gehalt weisen folgende Lebensmittel auf:

  • tierische Lebensmittel: Seefisch, Meerestiere, Fleisch
  • pflanzliche Lebensmittel: Nüsse, schwarzer Tee
  • fluoridiertes Speisesalz

Info: Das mit Fluorid angereicherte Speisesalz darf nur in Privathaushalten verwendet werden, in der Lebensmittelindustrie und in Bäckereien ist es nicht erlaubt.

Fluorid in Trink- und Mineralwasser

Trinkwasser: In Deutschland ist die Verfügbarkeit von Fluorid aus dem Trinkwasser gering, da hier das Trinkwasser nicht fluoridiert wird und der natürliche Gehalt meist unter 0,25mg Fluorid pro Liter liegt. In anderen Ländern, kann Trinkwasser natürlicherweise hohe Fluoridwerte enthalten oder wird künstlich fluoridiert, gegebenenfalls auch mit starken Schwankungen in den unterschiedlichen Landesteilen.

Mineralwasser in Deutschland: Wenige Mineralwässer haben einen Fluoridgehalt von mehr als 1mg/l, sie dürfen die Angabe „fluoridhaltig“ tragen. Ist der Gehalt höher als 1,5mg/l ist der Hinweis „Für Säuglinge und Kinder unter 7 Jahren nicht zum regelmäßigen Verzehr geeignet“ verpflichtend. Manche Mineralwässer tragen den Hinweis „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“. Diese dürfen nicht mehr als 0,7mg/l enthalten. Enthält ein Mineralwasser mehr als 5mg Fluorid pro Liter, muss darauf hingewiesen werden, dass dieses Wasser nur in begrenzten Mengen verzehrt werden darf.

Fluorid im Speisesalz, in Zahncreme oder als Tablette?

Eine ausreichende Fluoridversorgung spielt für unseren Körper zur Kariesprophylaxe oder -behandlung eine Rolle. Eine Vermeidung von Karies kann in der Regel aber auch durch eine entsprechende Ernährungs- und Lebensweise (gesunde Ernährung, effizientes Zähneputzen, regelmäßige Zahnarztbesuche, Vermeidung zuckerhaltiger Getränke und Vermeidung von Dauernuckeln des Säuglings an der Flasche) erreicht werden.

Eine zusätzliche Fluorid-Aufnahme in Form von Tabletten, Zahncreme oder Speisesalz erhöht die Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelzes und reduziert dadurch das Risiko für Karies. Gleichzeitig ist aber auch das Risiko für die Entstehung von Fluorosen, insbesondere in der Phase der Zahnentwicklung erhöht. Unbedingt wichtig ist daher die optimale Dosis.

Was sollte man bei zusätzlicher Fluoridgabe berücksichtigen?

Die Gesamtfluoridaufnahme sollte einen Wert von 0,05-0,07mg Fluorid pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag nicht überschreiten. Dazu gehört die Fluoridaufnahme durch Nahrungsmittel und Getränke, die Fluoridaufnahme über das Trinkwasser, die Gabe von Fluoridtabletten und das Verschlucken von fluoridierten Präparaten wie Fluoridzahncreme, -spüllösungen, -gelen (kommt häufig bei kleinen Kindern vor) und ähnliches.

Zusätzliche Fluoridgabe für Erwachsene

Fluoridhaltiges Speisesalz kann, in Abhängigkeit von der Fluoridkonzentration im Trinkwasser, zur Kariesprophylaxe empfohlen werden. Bei einer geringen Fluoridkonzentration im Trinkwasser, wie es in Deutschland der Fall ist, wird empfohlen die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahncreme zu putzen und zusätzlich fluoridiertes Speisesalz zu verwenden. Es gibt keine Hinweise darauf, das Fluoridtabletten zur Kariesprävention im bleibende Gebiss wirksam sind.

Zusätzliche Fluoridgabe für Kinder

Fluorid in Form von Tabletten kann für Kinder bis zum 6. Lebensjahr empfohlen werden. Ab dem Durchbruch der bleibenden Zähne ist jedoch die Verwendung einer Zahnpasta mit erhöhter Fluoridkonzentration (mindestens 1000 ppm) und eine gute Zahnputzqualität die erste Option. Generell sollte auf Fluoridtabletten verzichtet werden, wenn tägl. mindestens 1g fluoridiertes Speisesalz aufgenommen und/oder regelmäßig fluoridhaltige Erwachsenenzahncreme nach dem Durchbruch der bleibenden Zähne verwendet wird. Zu berücksichtigen ist, dass die Zufuhr von Speisesalz im Säuglings- und Kleinkindalter sehr gering sein sollte.

Zusätzliche Fluoridgabe in Form von Fluorid-Gelen, -Lacken und -Spüllösungen

Solche speziellen Fluorid-Präparate sollten nur nach Absprache mit dem Zahnarzt angewendet werden, da sie nur für Karies-Risikopatienten gedacht sind und meist zeitlich begrenzt eingesetzt werden.

Was bedeutet die Angabe ppm beim Fluoridgehalt in Zahnpasta?

PPM gibt die Konzentration von Fluorid in der Zahnpasta an. PPM steht für „parts per million“, also Teile pro Million. 1000 ppm bedeutet 1000mg Fluorid pro Kilogramm Zahnpasta.

Expertentipp: Die tägliche Anwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta ist eine effektive Methode der Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähne. Verwenden Sie daher, für das tägliche Zähneputzen, eine Zahnpasta mit 1000-1500 ppm.

Folgen von Fluoridmangel

Wer nur wenig oder kein Fluorid zu sich nimmt wird nicht krank. Einen Fluoridmangel gibt es demnach nicht. Es heißt zwar Fluorid schützt vor Karies, Karies ist aber keine Fluoridmangelerkrankung, Karies ist die Folge einer ungünstigen Ernährungs- und Lebensweise. Fluorid schützt uns vor Karies, weil Fluor in der Lage ist zusammen mit Calcium die Zähne zu stärken und den Zahnschmelz vor Säureangriff zu schützen. Fluorid kann also die schädlichen Auswirkungen einer ungesunden Ernährung auf die Zähne abmildern. Wer aber eine gute Mundhygiene betreibt und auf eine zu hohe und regelmäßige Aufnahme von Zucker verzichtet, der schädigt seine Zähne auch ohne zusätzliche Fluoridzugabe nicht.

Kann Fluorid schädlich für die Gesundheit sein?

Folgen einer Fluorid-Überdosierung

Akute Fluoridvergiftung äußert sich in Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, erhöhtes Durstgefühl und zentralnervöse Symptome wie Schwindel und Kopfschmerzen.

Chronische Fluoridvergiftungen:

  • Zahnfluorose = Schmelz- und Zahnbeinflecken (übermäßige Einlagerung von Fluoriden in den Zahnschmelz während der Zahnentwicklung - bis ungefähr zum 8. Lebensjahr -, mit bleibenden weißen bis braunen Flecken auf der Zahnoberfläche). Dies ist nicht nur kosmetisch störend, sondern auch schädlich für die Zähne, weil die Zahnschmelzoberfläche dadurch weniger widerstandsfähig wird und das Risiko für Karies steigt.
  • Knochenfluorose oder Skelettfluorose (verhärtete Knochen die ihre naturgemäße Elastizität verloren haben und immer brüchiger werden und im Extremfall die Gelenke versteifen) mit Knochenschmerzen und ggf. Muskelschwund, durch langjähriger erhöhter Fluoridzufuhr.
  • Nierenschäden

Kinder sollten nicht mehr als 0,1mg Fluorid pro Kilogramm Körpergewicht und Tag aufnehmen. Die Dosis für den höchsten kariespräventiven Effekt, bei gleichzeitig geringem Risiko für die Entstehung von Zahnfluorose, liegt bei 0,05mg Fluorid pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Die Gesamtfluoridaufnahme pro Tag sollte bei Erwachsenen einen Wert von 0,05-0,07mg Fluorid/kg Körpergewicht nicht überschreiten.