Lungenkrebs erkennen: Symptome, Diagnose, Prävention




Lungenkrebs ist eine häufig vorkommende Krebserkrankung. Tückisch daran ist, dass sie im frühen Stadium nur selten Beschwerden verursacht und deswegen oft erst spät entdeckt wird. Es ist wichtig, die Warnzeichen zu kennen und bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Therapien wie Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung können die Prognose verbessern, manchmal den Krebs sogar heilen.
Unsere Informationen können einen ersten Überblick über die Erkrankung verschaffen, aber keineswegs die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin ersetzen. Vereinbaren Sie bei Unsicherheiten oder einem Verdacht bitte immer einen Termin in Ihrer Arztpraxis.
Lungenkrebs, in der Fachsprache auch als pulmonales Karzinom oder Bronchialkarzinom bezeichnet, ist eine Art von Krebs, der in der Lunge entsteht und schnell im Körper streuen (metastasieren) kann. Die Erkrankung tritt auf, wenn Zellen im Lungengewebe unkontrolliert wachsen und sich vermehren. In Deutschland ist Lungenkrebs nach Aussagen des Robert Koch-Instituts bei Frauen die dritthäufigste, bei Männern die zweithäufigste Krebserkrankung. Besonders oft betroffen sind Menschen, die geraucht haben oder anderen Umweltfaktoren ausgesetzt sind.
❗ Bei Männern ist Lungenkrebs sogar die häufigste Krebs-Todesursache.
Metastasen, also Absiedlungen des Lungenkrebses, können sich in verschiedenen entfernten Organen wie beispielsweise im Gehirn, in den Knochen, der Leber, den Lymphknoten oder in den Nebennieren bilden.
Lungenkrebs wird in zwei Haupttypen unterteilt: nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC, abgeleitet von der englischen Bezeichnung non small cell lung cancer), der mit Abstand am häufigsten auftritt, und kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC, abgeleitet von small cell lung cancer), der aggressiver ist und sich schneller ausbreitet. Daneben gibt es aber noch weitere Krebsarten, die die Lunge befallen können.
Die Unterscheidung der Krebsarten ist entscheidend, da sie nicht nur die Wahl der Behandlung beeinflusst, sondern auch unterschiedliche Prognosen mit sich bringt.
Wie bei vielen anderen Krebsarten auch, sind auch die ersten Symptome eines Lungenkarzinoms unspezifisch, das heißt, sie treten auch bei vielen anderen Erkrankungen wie beispielsweise einer Bronchitis auf und die meisten Betroffenen denken in erster Linie nicht gleich an eine Krebserkrankung. Das ist auch der Grund, warum die Diagnose oft erst spät gestellt wird. Es ist wichtig, die Symptome zu kennen, sie ernst zu nehmen und sie mit dem Arzt zu besprechen. Das gilt vor allem für Raucher. Zögern Sie nicht, ihn aufzusuchen!
❗ Je früher die Diagnose gestellt wird, umso besser sind die Heilungschancen.
Zu den Symptomen gehören zum Beispiel:
Sogenannte Trommelschlegelfinger können auf einen länger bestehenden Sauerstoffmangel hinweisen. Sie kommen aber auch bei anderen Krankheiten vor und deuten nicht unmittelbar auf Lungenkrebs hin. Trotzdem sind sie ernst zu nehmen und sollten einem Arzt gezeigt werden.
Charakteristisch dafür ist eine Verdickung im oberen Teil des Fingers. Oft tritt dies zusammen mit rundlich geformten nach außen gewölbten Nägeln auf, die man als Uhrglasnägel bezeichnet. Ob man Trommelschlegelfinger hat, kann man mit einem einfachen Test herausfinden. Legt man die Nägel aufeinander, bildet sich zwischen Nagelbett und Fingernagel eine rautenförmige Lücke, das sogenannte „Schamroth-Fenster“. Ist der obere Teil des Fingers verdickt, verkleinert sie sich oder verschwindet ganz.


Raucher und ehemalige Raucher haben jetzt auch in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf ein Lungenkrebsscreening. Die Verordnung zu Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung (LuKrFrühErkV) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), ist am 1. Juli 2024 in Kraft getreten. Das Screening basiert auf einer Niedrigdosis-Computertomographie (kurz: LDCT), wie es in anderen Ländern schon länger angewendet wird.
Wächst der Tumor, kann er von einem Lungenflügel auf den anderen übergreifen, er kann benachbartes Gewebe wie Brustwand oder Zwerchfell befallen, bevor sich einzelne Krebszellen ihren Weg über die Lymphbahnen und Blutgefäße in andere Organe suchen, wo sie Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen bilden können. Hier unterscheiden sich die kleinzelligen und die nicht kleinzelligen Tumoren. Das kleinzellige Lungenkarzinom wächst sehr schnell und metastasiert oft in Lymphknoten, Lunge, Skelett, Knochenmark, Leber oder Gehirn. Die nicht-kleinzelligen Tumore wachsen viel langsamer und es dauert auch länger, bis sie streuen.
Auch bei Lungenkarzinomen kann es auch noch Jahre nach Abschluss der Behandlung zu einem Rückfall, einem sogenannten Rezidiv kommen. Dabei entsteht wieder ein neuer Tumor in der Lunge oder auch direkt an einer anderen Körperstelle.
Lungenkrebs kann schnell Metastasen bilden. Manchmal verursachen deren Symptome sogar die ersten Hinweise auf Lungenkrebs. Auch hier sind die Beschwerden nicht „typisch“. So wird bei einem Befall der Knochen, wenn Knochen- und Gelenkschmerzen auftreten, oft zunächst an Arthrose gedacht. Entstehen Metastasen im Gehirn, kann es zu Kopfschmerzen, Lähmungserscheinungen, Verwirrtheit oder auch zu Krampfanfällen und Wesensveränderungen kommen. Ist die Leber betroffen, sind die ersten Anzeichen oft Müdigkeit und Gewichtsverlust.
Da kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC) sich aus den Bereichen der Lunge entwickelt, in denen Hormone und andere Botenstoffe produziert werden, kann auch ein Tumor diese Stoffe vermehrt produzieren. Diese Substanzen können Blutwerte verändern, was Ärzten bei der Diagnose helfen kann. Dazu gehören beispielweise Blutgerinnungsstörungen, Blutarmut (Anämie) oder ein zu hoher Calciumspiegel im Blut (Hypercalciämie). Auch neurologische Störungen oder Hautveränderungen können auftreten. Diese neoplastischen Symptome, die nicht durch das Wachstum von Tumorzellen ausgelöst werden, sind bei einigen Patienten sogar das erste Anzeichen eine Lungenkarzinoms.
Wenn man Beschwerden feststellt, ist in der Regel der erste Ansprechpartner der Hausarzt. Er wird eine Anamnese durchführen, das heißt, er erkundigt sich genau nach der Art der Beschwerden, wie lange sie schon auftreten und wie stark sie sind. Er erkundigt sich nach den Rauchgewohnheiten, will wahrscheinlich wissen, ob sie Schadstoffen ausgesetzt waren, welche Medikamente Sie einnehmen und welche Vorerkrankungen Sie haben. Zu körperlichen Untersuchung gehört auch ein Abhören der Lunge und ein Abtasten des Körpers.
Sollte sich aus diesen Untersuchungen ein Verdacht ergeben, folgen weitere Untersuchungen, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um einen Tumor handelt, wo genau er sitzt und wie weit fortgeschritten die Erkrankung bereits ist. Dazu gehören üblicherweise:
Nachdem die Diagnose gestellt ist, wird der Arzt weitere Untersuchungen durchführen, um zu bestimmen, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat, ob die Lymphknoten befallen sind oder ob sich der Krebs womöglich bereits in entfernteren Organen ausgebreitet hat und Fernmetastasen vorliegen. Der Pneumologe wird individuell festlegen, welche Methode bei welchen Menschen geeignet und notwendig ist. Infrage kommen dafür grundsätzlich folgende Untersuchungsmethoden:

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Wurde ein Verdacht auf Lungenkrebs bestätigt, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Jetzt ist es wichtig zu wissen, in welchem Stadium sich der Krebs befindet, da sich der individuelle Behandlungsplan danach ausrichtet. Ebenso wichtig ist es, die Beschaffenheit des Krebsgewebes festzustellen und festzulegen, wie bösartig der Krebs ist. Man verwendet dazu die UICC-Einteilungen (Union Internationale Contre le Cancer).
Die Ergebnisse der Untersuchungen nach einem bestätigten Verdacht führen zu der „Stadieneinteilung“, dem sogenannten „Staging“. Hierfür benutzen Ärzte die TNM-Klassifikation, die angibt:
Die TMN-Klassifikation steht im Arztbrief im Befund als eine Folge von Zahlen und Buchstaben. So kann das Stadium der Erkrankung mit wenigen Zeichen beschrieben werden. Die drei Großbuchstaben bedeuten:
T für Tumor, beschreibt die Größe und die Ausdehnung des Tumors
N für Nodus (Lymphknoten), beschreibt die Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten
M für Fernmetastasen
Daraus lässt sich der Tumor in verschiedene Stadien einteilen:
Grundsätzlich kommen als Behandlungsmöglichkeiten Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, zielgerichtete Therapien und Immuntherapien infrage. Welche Therapie der Arzt auswählt, richtet sich danach, wie fortgeschritten die Krankheit ist, dem Tumortyp und nicht zuletzt nach dem Gesundheitszustand des Patienten. Es wichtig für den Behandlungserfolg, dass Pneumologen, Thoraxchirurgen, Onkologen, Radiologen und Pflegekräfte gut vernetzt sind und zusammenarbeiten.
Zertifizierte Lungenkrebszentren haben besonders viel Erfahrung und sind von daher zu empfehlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, sicher wird er Ihnen eine geeignete Klinik empfehlen.
Die Ärzte werden die beste Therapie für ihre spezifische Situation finden. Aber oft ist es auch hilfreich, sich auch als Patient über die verschiedenen Optionen zu informieren. Auch das Wissen darüber, wie erfolgreich eine Therapie sein kann, kann sie etwas verträglicher machen.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Birgit Hartel.
Birgit Hartel ist Apothekerin und als Pharmazeutin bei DocMorris tätig. Sie ist besonders interessiert an den Themenbereichen Diabetes und Onkologie. Ihr Herzensanliegen ist es, komplexe Therapien verständlich zu machen und Menschen in belastenden Situationen mit verlässlichen Informationen zur Seite zu stehen.
Stand: 25.07.2025

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S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms
Helmholtz Zentrum München, Lungeninformationsdienst
Bundesverband der Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin e.V. (BdP)
DKFZ, Deutsches Krebsforschungszentrum
Deutsche Krebsgesellschaft
Ärzteblatt
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)