Kehlkopfkrebs: Symptome, Verlauf und Prognose im Überblick




Beim Kehlkopfkrebs wachsen bösartige Tumore in der Region der Stimmlippen. Männer erkranken häufiger daran als Frauen. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Tabak- und Alkoholkonsum. Das häufigste Symptom ist eine besonders anhaltende Heiserkeit. Zwecks Diagnose werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Behandelt wird Kehlkopfkrebs mit einer Operation, Strahlen-, Chemo- oder Immuntherapie. Nach der Entfernung des Tumors sind Rehabilitationsmaßnahmen und regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen erforderlich.
Unsere Informationen können einen ersten Überblick über die Erkrankung verschaffen, aber keineswegs die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin ersetzen. Vereinbaren Sie bei Unsicherheiten oder einem Verdacht bitte immer einen Termin in Ihrer Arztpraxis.
Kehlkopfkrebs sind bösartige Tumoren, die meist von der Schleimhaut ausgehen, die den Kehlkopf von innen auskleidet. Je nachdem wo sie wachsen, werden diese Tumoren in 3 Gruppen unterteilt:
An den
Stimmlippen
glottisch, in Höhe der Stimmbänder
Oberhalb der Stimmlippen
supraglottisch
Unterhalb der Stimmlippen
subglottisch
Kehlkopfkrebs ist der seltenste bösartige Tumor der oberen Luft- und Speisewege und tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Das Lebensalter bei Neuauftreten von Kehlkopfkrebs liegt zwischen dem 65. und 69. Lebensjahr.

Die oberen Luft- und Speisewege bestehen aus 2 wichtigen Teilen: der Schluckstraße und dem Kehlkopf.
Der Kehlkopf liegt im vorderen Halsbereich, ungefähr auf mittlerer Höhe. Er befindet sich an der Kreuzungsstelle der oberen Luft- und Speisewege. Er ist an der Luftpassage bei der Ein- und Ausatmung und der Stimm- und Sprechbildung beteiligt. Außerdem schützt der Kehlkopf vor dem Verschlucken, indem er dafür sorgt, dass kein Essen oder Trinken in die Luftröhre gelangen. Mit Hilfe von Stimmlippen ermöglicht der Kehlkopf die Entstehung von Tönen und dadurch das Sprechen.
Kehlkopfkrebs wird wie fast jede andere Krebserkrankung durch genetische Veränderungen verursacht. Diese bewirken, dass sich normale Körperzellen in bösartige Krebszellen verwandeln, die unkontrolliert beginnen zu wachsen. Diese Genveränderungen entstehen meistens zufällig im Laufe des Lebens.
Hauptrisikofaktoren für die Entstehung für Kehlkopfkrebs sind:
Die Wahrscheinlichkeit an Kehlkopfkrebs zu erkranken hängt von der Intensität und Dauer des Tabakkonsums. Das Risiko an Kehlkopfkrebs zu erkranken steigt, wenn zusätzlich zu Tabak auch übermäßig Alkohol konsumiert wird. Alkohol vervielfacht die Wirkung von krebserzeugenden Stoffen (Karzinogenen) und begünstigt bzw. beschleunigt die Ausbreitung des Krebses.
Einige weitere Risikofaktoren können Kehlkopfkrebs begünstigen:

Je nachdem wo der Krebs im Kehlkopf entsteht, verursacht er verschiedene Beschwerden.
Kehlkopftumoren an den Stimmlippen machen sich oft frühzeitig, selbst bei kleinen Tumoren, bemerkbar durch eine anhaltende Heiserkeit. Dazu können weitere Beschwerden auftreten, wie z. B. Kratzen im Hals, Räusperzwang und chronischer Husten. Im fortgeschrittenen Stadium haben die Patienten Atembeschwerden mit einem hörbaren Atemgeräusch oder Luftnot.
Tumoren ober- oder unterhalb der Stimmlippen verursachen meist erst spät Beschwerden. Bei einem Tumor oberhalb der Stimmlippen treten ungeklärte Schluckstörungen, Schmerzen (die bis in die Ohren ausstrahlen können) und ein unklares Fremdkörpergefühl auf. Ein Tumor unterhalb der Stimmlippen wird häufig später entdeckt, nämlich erst dann wenn durch das Größenwachstum Atembeschwerden auftreten oder wenn eine Stimmlippenfixierung Heiserkeit verursacht.
Unabhängig von der Lokalisation des Tumors kann bei Kehlkopfkrebs auch Gewichtsverlust und eine Volumenzunahme (Raumforderung, RF) im Halsbereich auftreten.
Folgende Symptome können auf einen Kehlkopftumor hinweisen:
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Wenn die Beschwerden länger als 2-3 Wochen bestehen, dann sollte man sie mit einem (Fach-)Arzt abklären. Werden die Tumore früh erkannt, dann können sie oft geheilt werden, vor allem dann wenn sie noch nicht gestreut haben.
Kehlkopfkrebs kann sich aus Krebsvorstufen entwickeln. Krebsvorstufen sind Gewebeveränderungen, deren Zellen gegenüber dem Ursprungsgewebe verändert sind. Wenn diese veränderten Zellen zerstörend in die Tiefe des Gewebes wachsen, dann hat sich ein bösartiger Kehlkopftumor entwickelt, der auch in andere Organe streuen kann (metastasieren).
Je nachdem wo der Ursprungsort des Tumors ist, unterscheiden sich der Krankheitsverlauf und die weitere Ausbreitung des Kehlkopfkrebs:
Das Ausmaß der Metastasen bestimmt die Prognose von Patienten mit Kehlkopfkrebs. Unabhängig von der Therapie entstehen - innerhalb der ersten 2 Jahren danach - bei 9-12% der Patienten neue Tumore (Rezidive) im Bereich der Halslymphknoten. Häufig spricht man von Heilung nach einer 5-jährigen Tumorfreiheit.
Die 2 Hauptrisikofaktoren von Kehlkopfkrebs - Tabak und Alkohol können eine weitere, zweite Krebserkrankung im Kopf-Hals-Bereich begünstigen. Kehlkopfkrebs streut über das Blut vor allem in die Lunge. Oft kann auch Speiseröhrenkrebs oder Krebs des Mundraums oder des Rachens entstehen.
Am wirksamsten kann man das persönliche Risiko für Kehlkopfkrebs senken, indem man auf Tabak und Alkohol verzichtet. Tabak- und Alkoholkonsum sind die 2 Hauptrisikofaktoren für Kehlkopfkrebs, die besonders schädlich sind, wenn sie gemeinsam konsumiert werden.
Bei Verdacht auf Kehlkopfkrebs findet zunächst ein Anamnesegespräch statt. Der Arzt stellt dabei Fragen zu den Beschwerden, möglichen vorliegenden Risikofaktoren und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Danach folgen einige Untersuchungen.
Das Tückische an einem Pankreaskarzinom in frühem Stadium ist, dass es nur sehr selten Beschwerden macht. Und auch wenn diese auftreten, denken die meisten Menschen nicht sofort an eine Krebserkrankung. Die Beschwerden sind eher unspezifisch und können auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten. Dadurch kann die Diagnose oft erst spät gestellt werden, was die Prognose verschlechtert.
Bei einer HNO-Untersuchung werden Ohren, Nase, Nasenrachen, Mundhöhle, Rachen und der Kehlkopf mit dem Auge, den Händen, dem Mikroskop und speziellen Instrumenten untersucht. Der Patient ist dabei wach.
Während einer sogenannten Panendoskopie werden die oberen Luft- und Speisewege (Nasenrachen, Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Luftröhre und Bronchien) während einer Narkose untersucht. Außerdem wird eine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Gebiet entnommen, um die Diagnosestellung zu unterstützen.
Wenn nach einer genauen HNO-Untersuchung der Verdacht auf einen bösartigen Tumor des Kehlkopfes besteht, dann werden Gewebeproben (Biopsien) aus verdächtigen Bereichen entnommen. Die Entnahme erfolgt üblicherweise unter Vollnarkose. Der Arzt untersucht dann zusätzlich auch die oberen Luft- und Speisewege, um mögliche Zweittumoren auszuschließen.
Bei kleinen Gewebeveränderungen wird keine Gewebeprobe entnommen, sondern der verdächtige Bereich direkt vollständig entfernt. Somit erspart man Patientinnen und Patienten wahrscheinlich einen späteren zweiten Eingriff. Im Vorfeld kann eine Untersuchung der Stimmlippenfunktion sinnvoll sein, um auszuschließen, dass der Tumor in die Tiefe des Gewebes wächst.
Bei großen Gewebeveränderungen, die offensichtlich bösartig sind, werden noch vor der Biopsie bildgebende Untersuchungen durchgeführt.
Die entnommenen Gewebeproben werden dann im Labor untersucht. Wenn die Analyse der Biopsie ergibt, dass die Zellen bösartig verändert sind, dann handelt es sich um Kehlkopfkrebs.
Mit Hilfe von bildgebenden Untersuchungen kann abgeschätzt werden, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat, ob der Krebs bereits Metastasen gebildet hat oder ob es weitere Tumoren gibt.
Hauptsächlich werden folgende bildgebende Verfahren eingesetzt:
Weitere Untersuchungen können eingesetzt werden, um das Ausmaß einer Metastasierung fest zu stellen:
Wenn eine Beurteilung durch ein bildgebendes Verfahren nicht ausreichend eindeutig ist, dann kann zusätzlich eine sogenannte Feinnadelbiopsie (Punktion) durchgeführt werden. Der Arzt entnimmt mit Hilfe einer dünnen Hohlnadel Zellen, die anschließend begutachtet werden.
Möglich sind auch eine logopädische und zahnärztliche Untersuchung oder auch eine Ernährungsberatung.
Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten. Dabei ist es wichtig nicht nur den Tumor bestmöglich zu behandeln sondern auch die Funktion des Kehlkopfs bestmöglich zu erhalten. Welche Therapie angewendet wird, ist abhängig von verschiedenen Faktoren:
Bei Kehlkopfkrebs im Frühstadium wird üblicherweise eine Operation oder eine Strahlentherapie durchgeführt. Wenn unterhalb der Stimmlippen Tumoren wachsen, dann wird in der Regel der Kehlkopf vollständig entfernt. Diese Tumoren sind zwar selten, aber sie wachsen besonders aggressiv.
Bei fortgeschrittenem Kehlkopfkrebs gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten:
Lesen Sie hier mehr zur Antikörpertherapie bei Krebs.
Wenn der Kehlkopfkrebs nicht heilbar ist, dann ist das wichtigste Ziel der Behandlung, den Tumor zurückzudrängen und das Krebswachstum zu bremsen. Dies verlängert das Überleben des Patienten. Außerdem sollen die Beschwerden gelindert werden. Darüber hinaus wird frühzeitig eine unterstützende (Supportive) Therapie eingeleitet. Diese kann z. B. aus Schmerztherapie, Ernährungsberatung oder psychoonkologischer Begleitung bestehen.
Oft gibt es bereits versteckte Lymphkotenmetastasen. Die Halslymphknoten werden dann vorsorglich entfernt oder bestrahlt auch dann, wenn keine Auffälligkeiten festgestellt wurden.
Wenn der Kehlkopfkrebs an den Stimmlippen wächst und sich noch im Frühstadium befindet, dann ist das Risiko für versteckte Metastasen gering. Dann ist eine Behandlung der Halslymphknoten nicht notwendig.
Wenn bei den Untersuchungen auffällige Halslymphknoten gefunden wurden, dann werden diese umfangreich entfernt. Manchmal muss auch umliegendes Gewebe entfernt werden. Wenn eine Operation nicht möglich oder vom Patienten nicht gewünscht ist, dann werden die Halslymphknoten mittels einer Strahlentherapie und ggf. mit einer zusätzlichen Chemotherapie behandelt.

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Patienten können eine Krebsbehandlung als sehr anstrengend für sowohl Körper als auch Seele wahrnehmen.
Eine medizinische Rehabilitation (Reha) nach einer Krebstherapie hilft Patienten wieder in den Alltag zurück zu kehren. Sie hilft außerdem mit den Krankheits- und Behandlungsfolgen umgehen zu können.
Eine medizinische Reha wird anhand der persönlichen Krankheitsgeschichte geplant. Der Behandlungsplan kann verschieden Therapien enthalten, wie z. B.:
Je nach Therapie können verschiedene Beschwerden auftreten, wie z. B.:
Die Rehabilitation von Menschen ohne Kehlkopf ist besonders intensiv. Nach einer Kehlkopfentfernung (Laryngektomie) verändert sich die Atmung. Man atmet dann nicht mehr über die Nase ein und aus, sondern ausschließlich über ein sogenanntes Tracheostoma, eine neu geschaffene Verbindung zur Luftröhre im unteren Halsbereich. Das Sprechen, Riechen und Schmecken sind dadurch eingeschränkt und damit auch die Lebensqualität beeinträchtigt. Außerdem kann es zu einer ausgeprägten Borkenbildung und zu wiederkehrenden Infektionen im Luftröhrenbereich kommen.
Eine Stimmrehabilitation ist durch verschiedene Maßnahmen möglich:
Die oberen Atemwege sind durch den Eingriff komplett von den unteren Atemwegen abgetrennt worden. Die Luftzirkulation verändert sich und es gelangt bei der Einatmung keine Luft mehr in den Nasen-Rachen-Raum. Dieser Luftstrom ist allerdings unbedingt notwendig, damit die Duftmoleküle in die Nase gelangen und die dortigen Riechrezeptoren darauf reagieren können. Die Nase an sich bleibt funktionsfähig. Das Riechen erfolgt nur nicht mehr automatisch und muss neu erlernt werden.
Mit Hilfe von speziellen Hilfsmittel (z. B. Laryvox® Olfactory Tube) oder bestimmten Übungen („höfliches Gähnen“) kann Luft wieder durch die Nase geleitet werden.
Das wichtigste Ziel der Nachsorge ist es, einen erneuten Ausbruch (Rezidiv), mögliche Zweitkarzinome, Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Behandlung frühzeitig zu erkennen und ggf. entsprechende Maßnahmen ein zu leiten. Deswegen werden die Patienten, nachdem die Therapie beendet wurde, regelmäßig untersucht.
Bei einem geringen Risiko für einen erneuten Ausbruch bzw. für ein Zweitkarzinom finden:
Bei fortgeschrittenen Tumoren bzw. unvollständigen Entfernung (Resektion) finden die Kontrolluntersuchungen:
Zuerst findet ein Gespräch mit dem Arzt (Anamnese) statt. Er stellt dabei Fragen zu dem allgemeinen Gesundheitszustand, mögliche Beschwerden und auch zu den Folgen der Therapie.
Es folgt eine genaue Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung. Der Hals wird außerdem mittels Abtasten und Ultraschall untersucht.
In einigen Fällen kann auch eine Computertomographie, eine Magnetresonanztomographie oder eine Positronen-Emissions-Tomographie durchgeführt werden. Dies entscheidet der Arzt für jeden Patienten individuell, je nach Tumor, Rückfallrisiko oder Therapie.
Wenn der Kehlkopfkrebs nicht heilbar ist, dann dienen Verlaufskontrollen und eine regelmäßige Betreuung dazu Beschwerden rechtzeitig zu erkennen und zu lindern. Die Lebensqualität wird somit möglichst lange erhalten.
Die Diagnose Krebs und die Behandlung davon verändern den Alltag von Patienten. Es gibt verschiedene Maßnahmen, um mit der Erkrankung und den eventuellen Therapiefolgen um zu gehen. Der Arzt, Selbsthilfegruppen und Patientenverbände können Pateinten dabei unterstützen.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Cristina Offermans.
Cristina Offermans ist Apothekerin und arbeitet als Senior Pharmacist bei DocMorris. Sie ist spezialisiert auf die Durchführung pharmazeutischer Dienstleistungen und setzt sich für eine moderne, patientenorientierte Arzneimittelversorgung ein. Mit ihrer Erfahrung stärkt sie die Beratungskompetenz im Apothekenteam und trägt zur Weiterentwicklung innovativer Services bei.
Stand: 30.07.2025

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