Eierstockkrebs: Symptome, Vorsorge, Lebenserwartung




Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist ein bösartiger Tumor und verursacht zu Beginn meist keine Beschwerden, sodass der Krebs oft erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt wird. Erste Hinweise können eine frauenärztliche Untersuchung und ein vaginaler Ultraschall der inneren Geschlechtsorgane liefern. Üblicherweise wird Eierstockkrebs mit einer Operation endgültig gesichert. Die Operation ist gleichzeitig auch der erste Schritt der Behandlung. Anschließend wird eine Chemotherapie eingesetzt. In einigen Fällen kann zusätzlich eine zielgerichtete Therapie, z. B. mit einem Antikörper, in Frage kommen. Viele der eventuellen beeinträchtigenden Nebenwirkungen und Folgen einer Operation oder Chemotherapie gehen vorüber oder können gezielt behandelt werden.
Unsere Informationen können einen ersten Überblick über die Erkrankung verschaffen, aber keineswegs die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin ersetzen. Vereinbaren Sie bei Unsicherheiten oder einem Verdacht bitte immer einen Termin in Ihrer Arztpraxis.
Krebs entsteht durch veränderte Erbinformationen in den einzelnen Zellen (Genveränderungen). Üblicherweise kann der Körper viele solcher genetisch veränderten Zellen erkennen und kontrollieren. Entziehen sich aber diese Zellen dem Kontrollmechanismus des Körpers, dann teilen sie sich ungebremst. Sie vermehren sich schneller als normale Körperzellen und verdrängen das gesunde Körpergewebe. In Folge entsteht eine Geschwulst, die man Tumor nennt.
Es gibt gut- und bösartige Tumoren.
Karzinome sind bösartige Tumoren, deren Tumorzellen unkontrolliert wachsen, in gesundes Nachbargewebe einbrechen und sich aus dem Tumorverband lösen können. Über die Blut- und Lymphbahnen können sie auch in andere Organe streuen und neue Geschwulste bilden (Metastasen).
Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist einer der häufigsten bösartigen Tumoren der weiblichen Fortpflanzungsorgane. Die Eierstöcke bestehen aus verschiedenen Gewebearten und Zelltypen, aus denen sich Krebszellen entwickeln können. Deswegen gibt es unterschiedliche Formen des Eierstockkrebses, die unter dem Mikroskop festgestellt werden können:
Circa 9 von 10 bösartigen Tumoren der Eierstöcke sind sogenannte epitheliale Tumoren (Karzinome). Diese gehen von der obersten Zellschicht aus. Diese Karzinome werden in weitere Untergruppen unterteilt, z. B. seröse, endometrioide, klarzellige oder muzinöse Tumoren.
Selten kommen auch andere Formen von Eierstocktumoren vor, die unter anderem von den Eizellen (Keimzelltumoren) oder vom Stützgewebe (Keimstrangstromatumore) des Eierstocks ausgehen. Eine Sonderform sind die Borderline-Tumoren.
Die Krebszellen eines Eierstocks können sich oft direkt in die Nachbarorgane ausbreiten, z. B. in den anderen Eierstock, die Gebärmutter, den Eileiter, das Bauchfell. Auch Blase, Darm, Bauchnetz, Milz oder Leber können befallen sein. Über die Lymph- oder Blutbahnen kann Eierstockkrebs in Lymphknoten des Bauchraumes und seltener auch in andere Organe streuen, z. B. Lunge, Leber oder Gehirn.
Prognosefaktoren
Der voraussichtliche Krankheitsverlauf und das Überleben von Patientinnen mit Eierstockkrebs hängen von vielen Faktoren ab, wie z. B.: das Tumorstadium, der möglicherweise verbleibende Tumorrest nach der Operation, das Tumorgrading, der feingewebliche Typ, Alter und Allgemeinzustand.
Der deutlichste Überlebensvorteil bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs liegt vor, wenn der sichtbare Tumor vollständig operativ entfernt (makroskopische Komplettresektion) wurde und der sichtbare Tumorrest 0 mm beträgt. Darüber hinaus ist die leitliniengerechte Behandlung bedeutend für das Überleben.
Hauptsächlich kommt diese Form von Krebs bei Frauen über 60 Jahren vor. Circa jede zehnte Frau ist unter 45 Jahren.
Die meisten Genveränderungen (Mutationen), die zu Krebs führen können, entstehen im Laufe des Lebens zufällig. Einige können aber auch vererbt werden.
Wenn in der Familie mehrere nahe Verwandte an Eierstock- oder Brustkrebs erkrankt sind, können erbliche Faktoren vorhanden sein. Dann liegt eine Störung in den Erbanlagen der Frau vor. Diese genetische Veränderung betrifft oft die Gene mit der Bezeichnung BRCA1 und BRCA2. Eine Genveränderung (Mutation) von BRCA1 und BRCA2 deutet auf ein erhöhtes Risiko an Brust- und/ oder Eierstockkrebs zu erkranken.
Mit einem Gentest kann eine Mutation festgestellt werden. Der Test wird erst nach einer ausführlichen Beratung durchgeführt. Wenn eine BRCA1/2-Mutation nachgewiesen wurden ist das beidseitige Entfernen der Eierstöcke mit Eileiter das einzig wirksame Vorgehen, um das Erkrankungsrisiko für erblichen Eierstockkrebs zu senken.
Weitere Risikofaktoren an Eierstockkrebs zu erkranken, sind:
Ereignisse bzw. Maßnahmen, die die Anzahl der Eisprünge im Leben einer Frau verringern, können das Risiko für Eierstockkrebs verringern. Das bedeutet aber nicht, dass kein Risiko mehr besteht oder das aus präventionsgründen alle diese Maßnahmen ratsam sind. Solche Ereignisse können beispielsweise sein:
Vorbeugung gegen Eierstockkrebs
Die Eierstöcke gehören zu den weiblichen inneren Geschlechtsorganen. Sie liegen im kleinen Becken rechts und links neben der Gebärmutter.
Sie bestehen aus einer äußeren Rinde und einem inneren Mark. Die Rinde enthält die Eizellen (Keimzellen). Das Mark besteht aus Binde- und Stützgewebe (Stroma) und enthält Blut- und Lymphgefäße und Nervenfasern.
Die Eierstöcke haben 2 wichtige Aufgaben: die Bildung von Eizellen und die Bildung der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron.
Bösartige Eierstocktumore werden je nach Ursprungsgewebe in verschiedene Gruppen unterteilt:
Eine Sonderform sind die Borderline-Tumore.

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Unter bestimmten Bedingungen kann die Fruchtbarkeit von Frauen mit Eierstockkrebs und bestehendem Kinderwunsch erhalten bleiben. Wenn der Krebs nur einen Eierstock befallen hat und das FIGO-Stadium I vorliegt, kann die Operation so durchgeführt werden, dass die Gebärmutter und ein Eierstock mit Eileiter belassen werden.
Generelle Früherkennungsuntersuchungen von Eierstockkrebs (jährliche vaginale Ultraschalluntersuchung, Bestimmung des Tumormarkers CA 125) sollen nicht durchgeführt werden. Es konnte keine Verringerung der Sterblichkeitsrate durch Früherkennungsuntersuchungen festgestellt werden.
Auch bei Frauen mit erblich bedingtem Risiko werden keine Untersuchungen zur Früherkennung von Eierstockkrebs empfohlen.
In frühen Stadien hat man üblicherweise keine Beschwerden. Der Eierstockkrebs hat im Becken und in der Bauchhöhle viel Platz zum Wachsen und bleibt dadurch häufig lange Zeit unbemerkt.
❗ Etwa 3 von 4 Ovarialkarzinomen werden erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt.
Folgende Beschwerden können auf Eierstockkrebs hinweisen:
Diese Beschwerden sind teilweise unspezifisch und können auch andere Ursachen haben. Weitergehende Untersuchungen sollen eingeleitet werden, wenn die Beschwerden wiederholt und anhaltend vor allem bei Frauen über 50 Jahren auftreten.
Zunächst wird ein sogenanntes Anamnesegespräch durchgeführt. Der Arzt stellt dabei Fragen zu Vorerkrankungen, Beschwerden und möglichen Risikofaktoren.
Bei einer Spiegeluntersuchung werden die inneren Geschlechtsorgane angesehen. Bei Tastuntersuchungen tastet der Arzt von außen über die Bauchdecke und von innen über die Scheide die inneren Geschlechtsorgane auf mögliche Veränderungen ab.
Mit Hilfe einer speziellen Ultraschallsonde, die in die Scheide eingeführt wird, können die Geschlechtsorgane von innen betrachtet werden.
In bestimmten Fällen kann eine Computertomographie (CT), eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) durchgeführt werden. Damit können z. B. die Ausdehnung des Tumors im Becken und im Bauchraum beurteilt werden. Diese Untersuchungen können auch durchgeführt werden, um andere Tumoren oder Krankheiten abzuklären.
Üblicherweise wird die endgültige Diagnose Eierstockkrebs erst durch eine Operation gestellt. Bei der Operation werden Gewebeproben entnommen, die im Labor auf ihre biologischen Eigenschaften untersucht werden. Damit lässt sich feststellen, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist und um welche Form von Eierstockkrebs es sich handelt. Diese feingewebliche Analyse bestätigt erst die Krebsdiagnose.
Oft erfolgt während dieser Operation auch der erste Behandlungsschritt. Möglicherweise werden während der Operation Organe entfernt oder eventuell befallene Darmteile entnommen, wodurch ggf. vorübergehend ein künstlicher Darmausgang nötig ist. Man wird im Voraus ausführlich über den genauen Ablauf der Operation und mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen aufgeklärt.
Die Behandlung wird gemeinsam mit dem Arzt entschieden. Die persönlichen Wünsche, Bedürfnisse, Ängste und Sorgen werden bei der Entscheidung berücksichtigt. Bei Bedarf können mehrere Gespräche stattfinden, bei denen auch Vertrauenspersonen teilnehmen dürfen.
Themen, die während des Aufklärungsgespräches angesprochen werden, sind z. B.:
Die Behandlung von Frauen mit Eierstockkrebs erfolgt üblicherweise in einer hierauf spezialisierten Einrichtung durch einen Gynäkoonkologen, d.h. einen auf Krebserkrankungen der Frau spezialisierten Facharzt für Frauenheilkunde. Wenn der Krebs fortgeschritten ist und weitere Organe befallen sind, dann sind an der Behandlung auch Urologen, Bauchchirurgen, Onkologen, Schmerztherapeuten und Psychoonkologen beteiligt.
Für die Therapiewahl werden das Tumorstadium, die Tumorart und der allgemeine Gesundheitszustand berücksichtigt.
Die Beurteilung von Eierstockkrebs erfolgt entsprechend seiner Ausbreitung, Wachstumseigenschaften und Aggressivität.
Das Krankheitsstadium wird in einer diagnostischen Staging-Operation festgestellt.
Das sogenannte Staging beschreibt, ob und wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und ob umliegende Lymphknoten oder andere Organe (Fernmetastasen) befallen sind.
Bösartige Tumoren werden in der Regel nach der TNM-Klassifikation eingeteilt:
Außerdem gibt es die FIGO-Klassifikation (FIGO= Fédération Internationale de Gynécologie et d’Obstétrique), die Eierstockkrebs und andere Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane in verschiedene Krankheitsstadien einteilt:
| TNM-Stadium | FIGO-Stadium | Tumorausbreitung |
|---|---|---|
| TX | Primärtumor nicht bekannt, keine Angaben möglich | |
| T0 | Kein Anhalt für einen Tumor | |
| T1 | I |
Tumor auf die Eierstöcke begrenzt: • T1a/IA: begrenzt auf einen Eierstock, Kapsel intakt, kein Tumor auf der Oberfläche des Eierstocks • T1b/IB: begrenzt auf beide Eierstöcke, Kapsel intakt, kein Tumor auf der Oberfläche der Eierstöcke • T1c/IC: begrenzt auf einen oder beide Eierstöcke: - T1c1/IC1: Kapsel in Folge eines chirurgischen Eingriffs gerissen - T1c2/IC2: Kapsel vor der Operation gerissen oder Tumor auf der Eierstockoberfläche - T1c3/IC3: Tumorzellen außerhalb der Kapsel nachgewiesen, z. B. im Bauchwasser |
| T2 | II |
Tumor befällt einen oder beide Eierstöcke und breitet sich im Becken aus: • T2a/IIA: Ausbreitung auf Gebärmutter und/oder Eileiter • T2b/IIB: Ausbreitung weiter im Becken |
| T3 und/oder N1 | III |
Tumor befällt einen oder beide Eierstöcke, Absiedlungen im Bauchfell außerhalb des Beckens im Labor nachgewiesen und/oder umliegende Lymphknoten befallen: • T3a/IIIA2: Absiedlungen im Bauchfell jenseits des Beckens im Labor nachgewiesen • T3b/IIIB: Absiedlungen im Bauchfell jenseits des Beckens mit bloßem Auge sichtbar, größte Tumorausdehnung höchstens 2 cm • T3c/IIIC: Absiedlungen im Bauchfell jenseits des Beckens mit bloßem Auge sichtbar, größte Tumorausdehnung über 2 cm, eventuell kann die Kapsel von Leber und/oder Milz befallen sein |
| NX | Lymphknotenbefall nicht beurteilbar | |
| N0 | Umliegende Lymphknoten nicht befallen | |
| N1 | IIIA1 |
Umliegende Lymphknoten befallen: • N1a/IIIA1i: Absiedlungen höchstens 10 mm groß • N1b/IIIA1ii: Absiedlungen größer als 10 mm |
| M0 | Keine Fernmetastasen | |
| M1 | IV |
Fernmetastasen vorhanden, ausgenommen Tumorzellen im Bauchwasser: • M1a/IVA: Tumorzellen im Lungenwasser • M1b/IVB: Absiedlungen in Leber und/oder Milz, Absiedlungen außerhalb des Bauchraums, z. B. Gehirn, Knochen, entfernte Lymphknoten |
Das sogenannte Grading wird mit Hilfe einer Gewebeuntersuchung vorgenommen. Es wird untersucht, wie sehr sich die Krebszellen von normalen Eierstockzellen unterscheiden. Je schlechter differenziert ein Tumor ist, desto mehr unterscheidet er sich vom Normalgewebe und desto bösartiger ist er.
Es gibt 3 Grade:




Eine Operation ist fast immer die Basis der Behandlung von Eierstockkrebs. Der Eingriff ist eine große Operation im Bauchraum, die unter Vollnarkose erfolgt.
Ziele der Staging-Operation sind:
Wenn es sicher feststeht, dass Eierstockkrebs vorliegt, dann geht die Operation weiter. In derselben Operation erfolgen also oft sowohl die Diagnose als auch der erste Behandlungsschritt. Dies wird einzeitiges Vorgehen genannt.
Ein zweizeitiges Vorgehen ist nötig, wenn z. B. während eines anderen Eingriffs ein Eierstocktumor entdeckt wird oder wenn aufgrund eines vermeintlichen gutartigen Eierstocktumors operiert wird, welcher dann aber doch bösartig ist. In diesen Fällen erfolgt eine zweite Operation, weil die Patientin nicht im Voraus darüber aufgeklärt werden konnte, welche Organe möglicherweise entnommen werden müssen. In einigen Fällen sind Befunde unklar und müssen erst untersucht werden, bevor entschieden werden kann, welche Organe entfernt werden.
Gegen die Nebenwirkungen können z.B. diese Maßnahmen und Medikamente eingesetzt werden:
Nebenwirkungen der Chemotherapie können sein z. B.:
Mögliche Maßnahmen gegen die Nebenwirkungen sind z. B.:
Nebenwirkungen der Antikörpertherapie mit Bevacizumab können sein z. B.:
Behandlung der Wechseljahresbeschwerden
Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind besonders wichtig, um Nebenwirkungen und Spätfolgen der Behandlung zu erkennen und behandeln zu können. Bei Bedarf können rechtzeitig verschiedene Unterstützungsangebote angeboten werden, die die Lebensqualität verbessern können. Außerdem kann ein Wiederauftreten des Tumors erkannt werden.
In einer Nachsorgeuntersuchung findet ein ausführliches Gespräch und eine sorgfältige körperliche Untersuchung statt. Auch das allgemeine Wohlbefinden und der Ernährungszustand werden beurteilt und es wird geprüft, ob eine psychosoziale Betreuung sinnvoll oder notwendig ist.
Die Rehabilitation (Reha) beinhaltet alle medizinischen, psychosozialen und beruflichen Leistungen, die eine Wiedereingliederung der Patientin in Familie, Gesellschaft und Berufsleben als Ziel haben.
Wenn nach der Erstbehandlung der Krebs erneut im Becken, Bauchraum oder in benachbarten Lymphknoten auftritt, dann spricht man von einem Rezidiv. Viele Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs haben ein erhöhtes Risiko für einen Rückfall.
Bei einem Rückfall können eine erneute Chemotherapie oder Operation nötig sein. Auch zielgerichtete Therapien können eingesetzt werden.
Mögliche eingesetzte Wirkstoffe sind:
Psychoonkologen sind speziell ausgebildete Ärzte, Psychologen oder Sozialpädagogen, die die Patienten und deren Angehörigen unterstützen und helfen, die seelischen Belastungen besser zu bewältigen. Sie können auch beraten zu praktischen Aspekten im Alltag, z. B. Wiedereinstieg in den Beruf oder bei Sozialleistungen.
Beispiele von Themen, die man mit dem Psychoonkologen besprechen kann, sind:
Frauen mit Eierstockkrebs können auch Störungen der Sexualfunktion erfahren. Dies kommt durch den Verlust der inneren weiblichen Geschlechtsorgane und die fehlende Hormonbildung. Offene Gespräche mit dem Partner, einem Psychotherapeuten oder mit anderen Patientinnen können helfen.
In einigen Fällen werden im Rahmen einer Eierstockkrebsoperation der Enddarm oder die Harnblase entfernt. Ein künstlicher Darm- oder Blasenausgang (Stoma) ist dann notwendig. Sogenannte Stomatherapeuten – üblicherweise speziell ausgebildete Krankenschwester oder -pfleger - bringen Patienten die Versorgung und den sicheren Umgang mit dem Stoma bei. Oft ist ein Stoma nur vorübergehend notwendig.
Wenn viele Teile des Darms entfernt wurden, kann en zu einem sogenannten Kurzdarmsyndrom kommen. Die Aufnahme von Nährstoffen, Mineralien und Flüssigkeit kann stark vermindert sein und es kommt zu Durchfällen. Um Mangelerscheinungen und schnellen Gewichtsverlust zu verhindern, kann eine spezielle Diät oder künstliche Ernährung notwendig sein.
Ein Bachwandbruch (Eingeweidebruch) kann dann entstehen, wenn nach einer Eierstockkrebs-Operation die Bauchmuskeln auseinander treten und die inneren Organe in der Lage so verändert werden, dass es zu Schmerzen oder anderen Beeinträchtigungen kommt. Ein Bauchwandbruch kann mit Hilfe einer Operation behandelt werden.
Lymphödeme sind Ansammlungen von Gewebeflüssigkeit, die schmerzhaft sein können und die Beweglichkeit verhindern. Durch gezieltes Massieren, Bandagen und Bewegung kann die angestaute Gewebeflüssigkeit abfließen und die Beschwerden lindern. Auch Hautpflege und Physiotherapie gehören zur Behandlung.
Die palliative Versorgung kommt zum Einsatz, wenn die Erkrankung nicht mehr heilbar ist. Eine direkte Therapie gegen den Tumor kann nicht mehr sinnvoll eingesetzt werden. Körperliche Beschwerden wie z. B. Schmerzen, Übelkeit oder Luftnot werden dennoch zuverlässig behandelt. Auch die Lebensqualität soll möglichst lange erhalten bleiben.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Cristina Offermans.
Cristina Offermans ist Apothekerin und arbeitet als Senior Pharmacist bei DocMorris. Sie ist spezialisiert auf die Durchführung pharmazeutischer Dienstleistungen und setzt sich für eine moderne, patientenorientierte Arzneimittelversorgung ein. Mit ihrer Erfahrung stärkt sie die Beratungskompetenz im Apothekenteam und trägt zur Weiterentwicklung innovativer Services bei.
Stand: 04.11.2025

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