Darmkrebs - ab wann macht eine Vorsorge Sinn?




Bildet sich ein bösartiger Tumor im Darm, spricht man von Darmkrebs. Darmkrebs ist eine sehr häufige Krebserkrankung. Sie kann an verschiedenen Stellen im Darm auftreten, meistens, in über 95 Prozent aller Fälle sind aber der Dickdarm und der Enddarm betroffen. Oft haben Betroffene anfangs keine Beschwerden. Früherkennungsuntersuchungen können helfen, die Erkrankung frühzeitig zu entdecken. Die Heilungschancen sind im frühen Stadium gut.
Unsere Informationen können einen ersten Überblick über die Erkrankung verschaffen, aber keineswegs die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin ersetzen. Vereinbaren Sie bei Unsicherheiten oder einem Verdacht bitte immer einen Termin in Ihrer Arztpraxis.
Wenn man Darmkrebs hat, hat sich im Darm ein bösartiger Tumor gebildet. In der Regel meint man, wenn man von Darmkrebs spricht, Dickdarmkrebs. Mediziner bezeichnen es als kolorektales Karzinom, da es im Dickdarm (Kolon) und im Enddarm (Rektum) entsteht. Im Dünndarm kommt Krebs eher selten vor. Je nachdem, an welcher Stelle im Dickdarm der Tumor sitzt, unterschiedet man zwei verschiedene Typen:
Diese Tumorarten zählt man zu den sogenannten soliden Tumoren. So nennt man Tumore, die zunächst örtlich begrenzt fest an einer Stelle auftreten. Im späteren Verlauf der Erkrankung können sie aber im Körper streuen, sich verbreiten und Metastasen bilden.
Meistens handelt es sich bei Darmtumoren um Adenokarzinome. So bezeichnet man bösartige Tumore, die aus Drüsenstellen entstehen. Im Darm sind das die Drüsenzellen der Schleimhaut, von der der Darm ausgekleidet ist.
Laut Robert Koch-Institut betrifft jede achte Krebserkrankung in Deutschland den Dickdarm oder Enddarm. Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die dritthäufigste bei Männern. Jährlich erkranken etwa 30 000 Männer und 25 000 Frauen daran. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Frauen bei 75 Jahren, bei Männern bei 71 Jahren. Interessant ist es, dass seit 2003 die Anzahl der Neuerkrankungen leicht rückläufig ist. Das könnte auf eine verbesserte Darmkrebsfrüherkennung zurückzuführen sein. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei etwa 65 Prozent.

Um die Erkrankung verstehen zu können, ist es wichtig, zu wissen, wie der Darm aufgebaut ist, und welche Funktion er genau hat.
Der Darm ist ein vier bis sechseinhalb Meter langer Muskelschlauch, der in vielen Schlingen im Bauch liegt. Er schließt direkt an den Magen an und verläuft bis zum After. Er besteht aus Dünndarm und Dickdarm. Die wichtigste Aufgabe besteht darin, Nahrung zu verdauen und dabei vom Körper benötigte Nährstoffe aufzunehmen. In der Darmwand werden auch wichtige Hormone produziert, die ins Blut abgegeben werden. Außerdem spielt er eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr und hilft, den Körper vor Infektionen und Entzündungen zu schützen.
Nachdem die Nahrung im Magen vorverdaut ist, wird der Speisebrei in kleinen Portionen an den Dünndarm weitergegeben. Dort findet der Hauptteil der Verdauung statt. Substanzen, die in der Leber, der Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse gebildet werden, sind notwendig, damit Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette oder Eiweiße so in ihre Einzelteile zerlegt werden können, dass sie vom Körper aufgenommen werden können.
Vom Dünndarm gelangt der restliche Speisebrei in den Dickdarm. Dieser kann in drei Bereiche, den Blinddarm (Caecum), den Grimmdarm (Kolon) und den Mastdarm (Rektum) eingeteilt werden.
Der Blinddarm liegt an der Stelle, an der der Dünndarm in den Dickdarm übergeht. Der Name kommt daher, dass er auf einer Seite ein „blindes“ Ende hat, da, wo auch der Wurmfortsatz, der Appendix vermiformis, liegt, der bei einer Blinddarmentzündung entfernt wird. Der Blinddarm spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem. An den Blinddarm schließt sich der eigentliche Dickdarm an. Er ist bei einem erwachsenen Menschen ein bis anderthalb Meter lang. Er liegt in Form eines umgedrehten „U“ im Bauchraum. Den Nahrungsbrei befördert er in wellenförmigen Bewegungen weiter in Richtung Darmausgang. Währenddessen werden diesem Salze und Wasser entzogen. Innen ist der Dickdarm mit einer Schleimhaut mit schleimproduzierenden Drüsenzellen ausgekleidet. Dieser Schleim dient dazu, den Stuhl besser gleiten zu lassen. In einer S-förmigen Schleife, die „Sigma“ genannt wird, geht der der Dickdarm schließlich in den Enddarm, das Rektum über. Dort werden die unverdaulichen Reste des Speisebreis bis zur nächsten Stuhlentleerung gespeichert.
Darmkrebs entsteht in den meisten Fällen aus Darmpolypen, speziell aus Adenomen. Das sind gutartige Zellansammlungen, die pilzförmig in den Darmraum hineinwachsen. Entarten diese und fangen an, unkontrolliert zu wachsen, kann Krebs im Dick- und Enddarm entstehen.
Warum die Zellen manchmal plötzlich entarten, weiß man noch nicht genau. Es scheinen mehrere Faktoren dafür verantwortlich zu sein. Veranlagung scheint dabei eine große Rolle zu spielen, aber auch bestimmt Lebens- und Ernährungsgewohnheiten können dazu beitragen.
Besonders hoch ist das Risiko an Darmkrebs zu erkranken für Personen, die:
Auch eine genetische Vorbelastung kann das Risiko für Darmkrebs erhöhen. Meistens tritt dann Darmkrebs in der Familie sehr häufig und auch sehr früh auf. Wissenschaftler schätzen, dass etwa zehn bis 15 Prozent der Darmkrebserkrankungen auf solche erblichen Vorbelastungen zurückzuführen sind. Man spricht dann von HNPCC-assoziierten Darmkrebserkrankungen (engl. hereditary non-polyposis coloncarcinoma, Lynch-Syndrom) oder von der familiären adenomatösen Polyposis (FAP).
Sie finden in unserem Ratgeber hilfreiche Informationen zur Adipositas-Therapie oder auch zum Aufhören mit dem Rauchen, um Risikofaktoren zu reduzieren.
Es gibt bestimmte Kriterien, Amsterdam- und Bethesda-Kriterien, die Ärzten helfen, Familien zu identifizieren, die möglicherweise eine erbliche Vorbelastung für HNPCC haben und gegebenenfalls weitere genetische Untersuchungen veranlassen.

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Das Risiko können Sie am einfachsten senken, indem Sie auf eine gesunde Lebensführung achten. Dazu gehört, sich regelmäßig zu bewegen und Sport zu treiben, falls notwendig, abzunehmen, nicht zu rauchen und sich gesund zu ernähren. Besonders empfehlenswert ist eine ballaststoffreiche und stärkehaltige Ernährung mit Getreideprodukten, Kartoffeln, Gemüse, frischem Obst und wenig Fett und wenig Alkohol. Der Verzehr an rotem Fleisch und Wurstwaren sollte eingeschränkt werden. Sie sollten auch darauf achten, genügend Vitamine mit der Nahrung zu sich zu nehmen.
Wenn die Diagnose Darmkrebs bei Ihnen gestellt wurde, heißt das aber nicht, dass Sie etwas falsch gemacht haben oder selbst schuld an der Erkrankung sind. Auch Menschen, die ausgesprochen gesund leben und keine erblichen Vorbelastungen haben, können an Darmkrebs erkranken.
Ab einem Alter von 50 Jahren haben krankenversicherte Männer, ab 55 Jahren Frauen die Möglichkeit, eine Früherkennungsuntersuchung wahrzunehmen. Die Kosten dafür werden sowohl von gesetzlichen als auch von privaten Krankenversicherungen übernommen. Zu diesem Screening gehören ein Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl und/oder eine Darmspiegelung. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Bei einer Darmspiegelung können eventuelle Krebsvorstufen sogar gleich entfernt werden.
Es wäre so schön, einfach eine Tablette einzunehmen und vor Krebs geschützt zu sein. Leider ist das nach wie vor ein Traum. Wissenschaftler suchen allerdings schon seit langer Zeit danach.
So gab es viele Studien, in der die vorbeugende Wirkungen von Acetylsalicylsäure (ASS, "Aspirin“) untersucht wurde. Inzwischen weiß man, dass tatsächlich einige Menschen von der Einnahme profitieren, aber leider nicht alle. Man geht davon aus, dass angeborene Unterschiede dafür verantwortlich sind. Insgesamt raten Wissenschaftler von einer prophylaktischen Einnahme ab, da es so aussieht, dass die Risiken, die mit der Einnahme verbunden sind, den Nutzen aufheben.
Eine Ausnahme bilden hier eventuell Menschen, die ein sehr hohes angeborenes Risiko für Darmkrebs haben. Hier kommen der ASS verwandte Substanzen infrage, die allerdings in Deutschland keine Zulassung zur Prophylaxe von Darmkrebs haben. Ob und inwiefern eine vorbeugende Behandlung bei dieser Personengruppe stattfinden kann und soll, entscheidet der behandelnde Arzt.
Im Prinzip gilt das Gleiche für eine Hormonersatzbehandlung für Frauen nach den Wechseljahren. Es gibt hier auch Hinweise, dass dadurch das Darmkrebs-Risiko sinkt, dafür aber das Risiko für Brustkrebs, Thrombosen, Schlaganfälle oder Herzinfarkt steigt. Auch hier überwiegt der Nutzen nicht die Risiken.
Auch im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel werden manchmal Stoffe angeboten, die angeblich das Darmkrebsrisiko senken sollen. Dazu gehören, Mittel, die in den Cholesterinstoffwechsel eingreifen oder die sich auf die Gallensäuren auswirken genauso wie Mikronährstoffe wie Selen oder Vitamine. Es konnte bisher nicht belegt werden, dass sich einer der Stoffe zur Krebsprophylaxe eignet. Von daher rät die aktuelle Leitlinie von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zur Darmkrebsvorbeugung ab.
In der Regel wenden sich Patienten mit wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden zunächst an den Hausarzt. Manchmal ist für Frauen auch der Gynäkologe, der Frauenarzt, der erste Ansprechpartner. Dort wird eine allgemeine körperliche Untersuchung durchgeführt und der Bauch abgetastet. Außerdem wird der Arzt eine Anamnese durchführen, das heißt, er fragt nach Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, nach Ihren genauen Beschwerden und wahrscheinlich auch nach Grunderkrankungen. Eventuell entnimmt er eine Blutprobe, um festzustellen, ob eine entzündliche Erkrankung vorliegt. Vielleicht testet er auch auf verstecktes Blut im Stuhl. Ein sogenannter Okkultbluttest oder Hämoccult-Test kann selbst sehr kleine Mengen Blut im Stuhl nachweisen. Ein positives Ergebnis bedeutet nicht zwangsweise Krebs, auch harmlose Krankheiten wie beispielweise Hämorrhoiden können die Ursache sein. Dennoch sollte nach einem positiven Ergebnis eine Darmspiegelung durchgeführt werden, um die Ursache herauszufinden.
Besteht ein Verdacht auf eine ernste Darmerkrankung, wird Sie der Hausarzt an einen Magen-Darm-Spezialisten, einen sogenannten Gastroenterologen überweisen und zu einer Darmspiegelung raten.
Eine der effektivsten Methoden zur Früherkennung von Darmkrebs ist die Darmspiegelung, die als Goldstandard in der Diagnostik gilt. Darmkrebs wird oft im Rahmen des Darmkrebsscreenings festgestellt, aber die Darmspiegelung wird auch empfohlen, wenn aufgrund von Beschwerden der Verdacht auf einen bösartigen Darmtumor besteht. Diese Untersuchung, die auch Koloskopie genannt wird, ermöglicht es, nicht nur die Darmschleimhaut anzusehen, es können dabei sogar Gewebeproben für weitere Untersuchungen entnommen werden oder auch Darmveränderungen wie Darmpolypen gleich entfernt werden.
Es gibt unterschiedliche Arten von Darmspiegelungen, die je nach Umfang unterschieden werden:
Rektoskopie
Untersucht wird ausschließlich der Mastdarm
Sigmoidoskopie
Untersuchung des etwas höher gelegenen Dickdarmabschnitts, des Sigmas
Rektosigmoidoskopie
Untersuchung von Mastdarm und höher gelegenen Dickdarmabschnitt
Koloskopie
Ausführlichste Untersuchung: Untersuchung des gesamten Dickdarms
Bevor eine Darmspiegelung durchgeführt werden kann, ist es notwendig, den Darm vollständig zu entleeren. In der Regel wird empfohlen, bereits einige Tage vor der Untersuchung auf schwere Kost zu verzichten und am Tag vor der Untersuchung ein Abführmittel einzunehmen. Wenn der Darm danach noch nicht genügend „gereinigt“ ist, ist es manchmal notwendig, direkt vor der Untersuchung einen Einlauf durchzuführen.
Bei der Untersuchung selbst führt der Arzt einen etwa fingerdicken biegsamen Schlauch, ein sogenanntes Koloskop, durch den Enddarm und den Dickdarm. Am vorderen Schlauchende befindet sich eine kleine Kamera, die Bilder an einen Monitor sendet. Findet der Arzt während der Untersuchung Darmpolypen, werden diese möglichst vollständig entfernt. Anschließend werden sie unter dem Mikroskop von einem Spezialisten, einem Pathologen, untersucht. So kann man feststellen, wie weit Zellveränderungen bereits fortschritten sind und ob schon eine Krebsvorstufe vorliegt. Dementsprechend können Polypen in verschiedene Gruppen eingeteilt werden.
Einschub: Was sind Darmpolypen und wie kann man sie einteilen?
Darmpolypen sind kleine Wucherungen, die aus der inneren Wand des Darms herausragen. Sie können unterschiedlich aussehen: flach, wie kleine Knubbel oder mit einem "Stiel", der weit in den Darm hineinragt.
Diese Polypen entstehen durch Veränderungen in den Zellen der Darmschleimhaut und können bei einer Darmspiegelung entdeckt werden. Sie treten häufiger im letzten Teil des Dickdarms und im Enddarm auf.
Die meisten Darmpolypen sind gutartig, das heißt, sie sind kein Krebs. Aber einige können sich zu Krebs entwickeln. Es gibt verschiedene Arten von Polypen, die sich in ihrem Aufbau unterscheiden:
Hyperplastische Polypen: Diese sind meist harmlos und haben ein sehr geringes Risiko, bösartig zu werden.
Hamartomatöse Polypen: Diese sind selten und treten oft bei Menschen mit bestimmten erblichen Syndromen auf. Ihr Risiko, bösartig zu werden, ist gering.
Adenome: Diese gelten als mögliche Krebsvorstufen und machen etwa zwei Drittel aller Darmpolypen aus. Sie können sich über Monate oder Jahre hinweg zu Krebs entwickeln, aber nicht alle tun das. Adenome werden weiter unterteilt in Tubuläre Adenome (häufigster Typ, geringstes Risiko, bösartig zu werden), Villöse Adenome (höchstes Risiko, bösartig zu werden) und Tubulovillöse Adenome (Mischform mit mittlerem Risiko).

Hat die Darmspiegelung den Verdacht auf Darmkrebs bestätigt, schließen sich weitere Untersuchungen an. Das Ziel dieser Untersuchungen ist es, festzustellen, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist und auch die nächsten Schritte wie Operation zu planen. Dazu gehört beispielsweise eine Tastuntersuchung des Schließmuskels (Sphinkter). So kann der Arzt feststellen, ob der Schießmuskel bei einer Operation erhalten werden kann.
Ansonsten kommen bildgebende Verfahren zur Anwendung, die hauptsächlich dazu dienen, herauszufinden, ob der Krebs bereits gestreut hat. Dazu gehören Röntgenuntersuchungen, Computertomographie (CT) oder Positronenemissionstomographie (PET).
Auch Blutuntersuchungen werden durchgeführt. Sie geben nicht nur Auskunft darüber, wie der Allgemeinzustand des Patienten ist, was für die nachfolgende Therapie oder auch die Operationsvorbereitung von Bedeutung ist, sondern auch Tumormarker können dadurch bestimmt werden. Tumormarker sind spezielle Stoffe, die von Tumorzellen gebildet werden. Bei Darmkrebs ist das zum Beispiel das CEA (carcinoembryonales Antigen). Tumormarker eignen sich nicht zur Diagnosestellung, da die Werte bei einer Krebserkrankung nicht immer erhöht sind und andererseits auch bei gesunden Menschen erhöhte Werte vorkommen. Vielmehr eigenen sie sich zur Kontrolle des Krankheitsverlaufs und werden auch im Rahmen des Krebsnachsorge beobachtet.
Wurde ein Verdacht auf Speiseröhrenkrebs bestätigt, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Denn ist es wichtig zu wissen, in welchem Stadium sich der Krebs befindet, da sich der individuelle Behandlungsplan danach ausrichtet. Ebenso wichtig ist es, zu wissen, zu welchem Zelltyp der Speiseröhrenkrebs gehört und festzulegen, wie bösartig der Krebs ist. Man verwendet dazu die UICC-Einteilungen (Union Internationale Contre le Cancer).
Die Ergebnisse der Untersuchungen nach einem bestätigten Verdacht führen zu der „Stadieneinteilung“, dem sogenannten „Staging“. Hierfür benutzen Ärzte die TNM-Klassifikation, die angibt:
Die TMN-Klassifikation steht im Arztbrief im Befund als eine Folge von Zahlen und Buchstaben. So kann das Stadium der Erkrankung mit wenigen Zeichen beschrieben werden. Die drei Großbuchstaben bedeuten:
T für Tumor, beschreibt die Größe und die Ausdehnung des Tumors
N für Nodus (Lymphknoten), beschreibt die Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten
M für Fernmetastasen
R für Residualtumor, (beschreibt die Schnittränder des entfernten Gewebes )
Daraus lässt sich der Tumor in vier verschiedene Stadien einteilen. Stadium 1 bedeutet, dass der Tumor auf die Schleimhaut der Speiseröhre begrenzt ist, bei Stadium 4 haben sich bereits Fernmetastasen gebildet.
Bei der Untersuchung von entnommenem Gewebe- sei es durch eine Biopsie oder während der Operation, kann man feststellen, wie sehr sich das Tumorgewebe von dem normalen Zellgewebe unterscheidet, also wie „bösartig“ der Krebs ist.
Darmkrebs muss behandelt werden, sonst breitet er sich im Körper aus, bildet Absiedlungen in anderen Organen und führt irgendwann zu Tod. Dafür stehen Therapien wie Operation, Chemotherapie, Bestrahlung oder die Behandlung mit zielgerichteten Medikamenten zur Verfügung.
Das primäre Ziel der Behandlung ist, sowohl den Tumor als auch eventuelle Töchtergeschwülste vollständig zu entfernen, so, dass der Betroffene geheilt ist. Dies bezeichnet man als kurative Therapie. Manchmal lässt sich das nicht mehr erreichen, dann versucht man, das Tumorwachstum zu kontrollieren und möglichst viel Lebensqualität zu erhalten. Dies nennt man palliative Therapie.
Welche Art von Therapie für welchen Patienten infrage kommt, richtet sich nach den Ergebnissen der Untersuchungen und nach dem Allgemeinzustand des Patienten. Grundsätzlich unterscheidet sich die Therapie eines Kolonkarzinoms von der eines Rektumkarzinoms.
Ein weiteres Mittel um gezielt gegen Krebszellen anzukämpfen ist die Immuntherapie. Diese hilft dem Körper, seine eigenen Abwehrkräfte gegen Krebs zu stärken. Checkpoint-Inhibitoren sind spezielle Medikamente, die das Immunsystem aktivieren, um Krebszellen zu bekämpfen. Bekannte Checkpoint-Inhibitoren sind Pembrolizumab, Nivolumab und Ipilimumab. Diese sind bereits bei Lungen- und Hautkrebs zugelassen, aber bei fortgeschrittenem Darmkrebs noch in der Erprobung. Es könnte sein, dass sich in den nächsten Jahren auch ein Wirkstoff aus dieser Gruppe auch zur Behandlung von Darmkrebs als wirksam erweist.
Ansonsten wird zurzeit viel in diesem Bereich geforscht und neue Therapien werden immer besser und zielgerichteter. Wissenschaftler untersuchen zum Beispiel Darmbakterien, die ein Enzym aktivieren können, das das Wachstum von Stammzellen und Krebs fördert. Sie versuchen, diese Bakterien im Labor genetisch zu verändern, um die Krebsentwicklung zu stoppen. Andere Forscher entwickeln eine Substanz, die das Myc-Protein hemmt. Dieses Protein unterstützt das unkontrollierte Zellwachstum in Tumoren. Der Wirkstoff kommt aus einem seltenen tropischen Baum und hat in Tests an Zellen und Tieren Erfolg gezeigt.
Insgesamt bewegt sich viel auf diesem Gebiet und wir können sicher mit weiteren, noch besser wirksameren Arzneimitteln in den nächsten Jahren rechnen.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Birgit Hartel.
Birgit Hartel ist Apothekerin und als Pharmazeutin bei DocMorris tätig. Sie ist besonders interessiert an den Themenbereichen Diabetes und Onkologie. Ihr Herzensanliegen ist es, komplexe Therapien verständlich zu machen und Menschen in belastenden Situationen mit verlässlichen Informationen zur Seite zu stehen.
Stand: 28.07.2025

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