Herzmuskel- entzündung




Während eines Virusinfekts ist körperliche Ruhe essenziell. Sportliche Aktivitäten können das Herz belasten und unter Umständen eine Myokarditis auslösen – eine gefährliche Herzmuskelentzündung, die langfristige Folgen wie eine chronische Herzschwäche nach sich ziehen kann. Meistens ist es gar nicht einfach, die Symptome sofort zu erkennen. Viele Betroffene fühlen sich schlapp, bekommen schlecht Luft oder das Herz stolpert. Das klingt im Zusammenhang mit einem Infekt erst einmal eher harmlos, kann aber unbehandelt gravierende Folgen haben bis hin zu dauerhaften Herzschädigungen oder sogar zum plötzlichen Herztod. Wird die Erkrankung früh erkannt und behandelt – vor allem durch körperliche Schonung – heilt sie oft vollständig aus. Deshalb gilt: Bei anhaltenden Beschwerden nach einem Infekt lieber einmal mehr zum Arzt gehen – das kann Leben retten.
Eine Herzmuskelentzündung, medizinisch „Myokarditis“ genannt, ist eine Entzündung des Herzmuskels, des Myokards. Häufig sind davon junge sportliche Menschen betroffen.
Meistens ist ein verschleppter Virusinfekt wie eine Erkältung oder Grippe die Ursache. Aber auch Bakterien, Pilze, oder nicht-infektiöse Ursachen wie Medikamente oder Autoimmunreaktionen können sie in seltenen Fällen auslösen. Wird der Infekt nicht richtig auskuriert, können sich Zellen im Muskelgewebe des Herzens, dem sogenannten Myokard, entzünden.
Das Tückische daran ist, dass viele gar nicht merken, dass sie eine Myokarditis haben, weil die Symptome oft unspezifisch sind. Man fühlt sich schlapp, hat vielleicht Brustschmerzen, Atemnot oder Herzstolpern – also Beschwerden, die auch bei anderen Krankheiten vorkommen.
Wenn man sich nach einer Infektion nicht richtig auskuriert und zu früh wieder Sport macht, kann das die Entzündung verschlimmern. Im schlimmsten Fall kann es zu Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder sogar plötzlichem Herztod kommen – besonders bei jungen, sportlichen Menschen. Bei einer akuten Herzmuskelentzündung sind Ruhe, manchmal sogar Bettruhe, und körperliche Schonung wichtig.
Auch wenn Kinder seltener betroffen sind, ist die Myokarditis eine der häufigsten Ursachen für Herzprobleme im Kindesalter.
Deshalb ist es wichtig, auf Warnsignale des Körpers zu hören und bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen. Wer sich bei Infekten ausreichend schont, schützt damit auch sein Herz.
Es gibt viele verschiedene Ursachen für eine Herzmuskelentzündung, die häufigsten sind Virusinfektionen.
Unser Körper hat täglich mit Viren und anderen Erregern zu tun – das ist ganz normal. Meistens wehrt unser Immunsystem sie erfolgreich ab. Doch manchmal schaffen es die Erreger bis zum Herzmuskel. Manche greifen die Herzmuskelzellen direkt an, andere lösen über eine übertriebene Immunreaktion eine Entzündung aus. Dann spricht man von einer Herzmuskelentzündung oder Myokarditis. Manchmal ist auch der Herzbeutel mit betroffen, das nennt man dann Perikarditis.
Meistens heilt die Entzündung von selbst wieder aus. Der Körper repariert die Schäden, ohne dass etwas zurückbleibt. Aber nicht immer gelingt es dem Körper, die Entzündung zu kontrollieren. Bei einem Teil der betroffenen Personen mit einer Herzmuskelentzündung bleibt leider eine dauerhafte Herzschwäche zurück – oder sie entwickelt sich später. Dann werden die Zellen im Herzmuskel und im umliegenden Gewebe weiter geschädigt. Dadurch kommt es zu Vernarbungen im Herzmuskel, wodurch die Pumpleistung abnimmt. Fachleute nennen das „entzündliche dilatative Kardiomyopathie“. Dies führt zur Herzschwäche (Herzinsuffizienz) mit Symptomen wie Kurzatmigkeit, Leistungsschwäche und Wassereinlagerungen. Besonders junge Männer sind häufiger und schwerer betroffen.
Neben infektiösen Ursachen gibt es auch autoimmune Formen, bei denen das Immunsystem den Herzmuskel irrtümlich angreift.
Am Anfang sieht alles nach einem normalen Infekt aus: Müdigkeit, Gliederschmerzen, Fieber, Husten oder Schnupfen – nichts Ungewöhnliches. Doch wenn diese Beschwerden länger anhalten oder sich verschlimmern, kann mehr dahinterstecken. Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) zeigt sich oft erst einige Wochen nach einer Infektion. Viele Betroffene merken zunächst nichts davon. Doch wenn die Erschöpfung nicht nachlässt oder neue Symptome dazukommen, sollte man aufmerksam werden.
Typische erste Anzeichen sind:
Diese Beschwerden ähneln oft denen einer Herzschwäche. In jedem Stadium der Erkrankung können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten – im schlimmsten Fall kommt es zum plötzlichen Herztod.
Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann sich hinter harmlos wirkenden Erkältungssymptomen verstecken – etwa Müdigkeit, Gliederschmerzen oder leichtem Fieber. Aus diesen Beschwerden allein lassen sich keine klaren Rückschlüsse über eine Herzmuskelentzündung ziehen.
Nicht jede Herzmuskelentzündung muss behandelt werden. Bei schweren Verläufen kommen Medikamente zum Einsatz, um die Herzfunktion zu stabilisieren und Entzündungen zu bremsen. Wichtig ist vor allem Ruhe – oft sogar Bettruhe. Sport, Schulsport und körperlich anstrengende Arbeit sind bei einer akuten Herzmuskelentzündung für mindestens drei Monate tabu. Die Dauer der Erkrankung ist von Person zu Person verschieden und hängt vom Schweregrad ab. Bei leichten oder symptomlosen Verläufen sind meist keine weiteren Therapien nötig. Trotzdem kann es auch bei diesen leichten Fällen bis zur vollständigen Heilung Wochen bis Monate dauern.
Wichtig zu beachten: Schmerzmittel wie Ibuprofen (Spezialartikel: Ibuprofen), Acetylsalicylsäure (ASS) oder Diclofenac, ist bei einer akuten Herzmuskelentzündung kontraindiziert. Das heißt, sie dürfen nicht eingenommen werden, da sie den Krankheitsverlauf verschlechtern können.
Zur Unterstützung des Herzens und Stabilisierung der Herzfunktion können ähnliche Medikamente wie bei einer Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise ACE-Hemmer, Sartane, Betablocker, Diuretika oder Aldosteronantagonisten.
Liegt eine bakterielle Ursache vor, sind Antibiotika nötig. Bei einer viralen Ursache werden Virostatika nur in ganz speziellen Fällen angewendet.
Manchmal bleibt die Immunreaktion aktiv, obwohl das Virus bereits verschwunden ist. Bei einer solchen virusfreien chronischen Myokarditis kommt eine Behandlung mit Kortison oder anderen Immunsuppressiva, wie sie in spezialisierten Zentren durchgeführt wird, infrage.
Bei Komplikationen können auch Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) oder sogar ein Herzschrittmacher notwendig werden.
Wichtig sind regelmäßige Kontrollen beim Kardiologen, anfangs engmaschig, später in größeren Abständen – auch nach Abheilung und auch nach einem milden Verlauf.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Birgit Hartel.
Birgit Hartel ist Apothekerin und als Pharmazeutin bei DocMorris tätig. Sie ist besonders interessiert an den Themenbereichen Diabetes und Onkologie. Ihr Herzensanliegen ist es, komplexe Therapien verständlich zu machen und Menschen in belastenden Situationen mit verlässlichen Informationen zur Seite zu stehen.
Stand: 13.05.2025
Falls Sie sich unsicher sind oder bereits Anzeichen einer möglichen Herzerkrankung bemerkt haben, hilft das Arztgespräch um Klarheit zu schaffen und Ihre Fragen zu beantworten.
✓️ Angenehm von Zuhause aus
✓️ Deutschlands beliebtester Telemedizin-Anbieter
✓️ Einfach & schnell Rezepte ausgestellt bekommen
Sie haben folgende Möglichkeiten, um einfach einen Arzttermin auszumachen:


Quellen und weiterführende Informationen:
Deutsche Herzstiftung https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzmuskelentzuendung
Leitlinie Myokarditis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-2039-2604.pdf
Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. https://dzhk.de/erkrankungen/ueberblick/myokarditis-herzmuskelentzuendung
Pharmazeutische Zeitung PZ https://www.pharmazeutische-zeitung.de/myokarditis-attacke-auf-den-herzmuskel-121428/
Robert Koch-Institut https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/COVID-19/FAQ_Liste_Sicherheit.html
Doccheck https://flexikon.doccheck.com/de/Herzenzym
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung https://dgk.org/daten/16_Ukena.pdf
Abklärung, Bildgebung und Differenzialdiagnose bei Myokarditis, J. A. Luetkens, C. P. Nähle, J. Dörner https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0042-102041.pdf
Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler https://register.awmf.org/assets/guidelines/023-025l_S2k_Myokarditis-im-Kindes-und-Jugendalter_2022-10.pdf
Bundesministerium für Gesundheit https://gesund.bund.de/akute-herzmuskelentzuendung
Gelbe Liste https://www.gelbe-liste.de/krankheiten/myokarditis
Disclaimer:
ᵉ Bei Klick auf den Button werden Sie auf das von der TeleClinic GmbH, c/o Design Offices München, Brienner Straße 45a-d, 80333 München betriebene Internetangebot weitergeleitet.
ᶠ Bei Klick auf den Button werden Sie auf das von Kassenärztliche Bundesvereinigung KdöR, Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin betriebene Internetangebot weitergeleitet.