Was ist COPD? Symptome, Behandlung & weitere Informationen
Verstehen Sie die Risikofaktoren, Diagnosemethoden und Therapiemöglichkeiten zur Linderung von Atembeschwerden.


COPD steht für die englische Bezeichnung „chronic obstructive pulmonary disease“. Es handelt sich um eine dauerhafte Erkrankung der Atemwege und der Lunge. Die Atemwege sind dabei ständig entzündet und verengt. Die Hauptursache für COPD ist langjähriges Rauchen.
Typische Beschwerden sind: Husten, Auswurf und Luftnot bei körperlicher Belastung, in späteren Stadien auch in Ruhe.
COPD steht für die englische Bezeichnung „chronic obstructive pulmonary disease“ bzw. auf Deutsch “chronisch obstruktive Lungenerkrankung“. Chronisch bedeutet, dass es sich um eine dauerhafte Erkrankung der Atemwege und der Lunge handelt. Die Atemwege (Bronchien) sind dabei ständig entzündet (chronische Bronchitis) und verengt (obstruktiv).
Ein wichtiger Unterschied zwischen COPD und Asthma ist, dass bei COPD die Verengung der Atemwege nicht oder nicht vollständig zurückgeht nach der Inhalation von atemwegserweiternden Medikamenten. Hierdurch kommt es zu einem Luftstau und die Lungenbläschen blähen sich teilweise auf. Die Überblähung ist nicht rückgängig (Emphysem). Dies führt zu einer schlechteren Aufnahme von Sauerstoff und einer schlechteren Abgabe von Kohlendioxid (CO2). Die Atemfunktion ist eingeschränkt und es kann auch zu einer Schädigung von anderen Organen kommen.
Die COPD umfasst sowohl die chronisch obstruktive Bronchitis als auch das Lungen-Emphysem.
Die Hauptursache für COPD ist langjähriges Rauchen. Deswegen wird die COPD umgangssprachlich „Raucherlunge“ genannt.
Andere Risikofaktoren können sein:
Eine langjährige Belastung durch diese Risikofaktoren kann zu einer dauerhaften Entzündung der Bronchienschleimhaut führen. Dadurch entsteht ein bleibender Schaden. In Folge kann sich die Lunge nicht mehr selbst reinigen und der zähe Schleim kann nicht mehr abtransportiert werden. Die Bronchienschleimhaut ist geschwollen und verdickt. Außerdem verkrampfen sich die Atemmuskeln.
Die verengten Atemwege führen zu einer verlängerte Ausatmung. Dadurch muss man schneller einatmen. Dies kostet mehr Kraft und Energie wodurch das Atmen anstrengend wird.
Typische Beschwerden sind:
Werden die Beschwerden nicht ernst genommen oder verdrängt, dann kann die Erkrankung unerkannt und unbehandelt bleiben und weiter fortschreiten.
Es gibt 3 Schweregrade der COPD:
Die Beschwerden können bei den jeweiligen Schweregraden unterschiedlich stark ausgeprägt sein.


Außerdem kann sich die COPD immer wieder plötzlich oder auch schleichend verschlechtern. Wenn eine Verschlechterung über das übliche Maß hinaus geht und über mindestens 2 Tage anhält, dann spricht man von einer sogenannten Exazerbation. Diese tritt häufig bei einer fortgeschrittener Erkrankung auf, vor allem im Winter.
Ursachen für eine Exazerbation können sein:
Wichtig ist es, um die Verschlechterung rechtzeitig zu erkennen. Möglicherweise sind höhere Dosierungen der angewendeten Medikamente oder andere zusätzliche Medikamente notwendig. Bei einem bakteriellen Infekt kann auch ein Antibiotikum verschrieben werden.
Symptome einer Exazerbation können sein:
Auch eine Exazerbation kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Es gibt 4 Schweregrade.
Mit Hilfe eines speziellen Fragebogens kann bei jedem Kontrolltermin beim Arzt eine Exazerbation erkannt und deren Schweregrad festgelegt werden. Werden 2 oder mehr Fragen mit „ja“ beantwortet, dann hatte man wahrscheinlich neulich eine Exazerbation und der Arzt kann die Medikamente entsprechend anpassen.
Hier können Sie die Fragen zum Erkennen einer Exazerbation einsehen und sich auf einen Arztbesuch vorbereiten.
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Um eine passende Behandlung ausgewählt werden kann, ist eine gründliche Untersuchung notwendig.
In einem sogenannten Anamnesegespräch werden verschiedene Fragen gestellt, beispielsweise zu:
Während einer körperlichen Untersuchung werden das Herz und die Lunge abgehört und die Nase, Hals und Rachen angeschaut. Außerdem werden der Blutdruck und das Gewicht gemessen und geprüft, ob Flüssigkeit sich im Körper eingelagert hat und ob an der Haut, den Händen und Fingern Veränderungen sichtbar sind.
Wenn nach dem Anamnesegespräch und der körperlichen Untersuchung der Verdacht auf COPD besteht, dann sollte die Lungenfunktion gemessen werden.
Bei der Messung des Lungenfunktion wird geprüft, ob die Atemluft frei und ungebremst durch die Luftwege strömen kann oder ob der Atemfluss gestört ist durch verengte Bronchien. Üblicherweise wird hierfür eine sogenannte Spirometrie durchgeführt.
Mit Hilfe der Spirometrie lässt sich feststellen, wie leistungsfähig die Lunge ist. Die Nase wird mit einer Klemme verschlossen und man atmet über ein Mundstück. Mit einem Gerät wird das Luftvolumen, das man ein- und ausatmet, erfasst und die Geschwindigkeit der ausgeatmeten Luft gemessen. Die Ergebnisse werden in Kurven und Zahlen abgebildet. Der sogenannte FEV1-Wert (Einsekunden-Kapazität) gibt die Menge Luft an, die nach einer tiefen Einatmung in der ersten Sekunde kräftig und schnell ausgeatmet wird. Ein anderer Wert ist die sogenannte forcierte Vitalkapazität FVC, die die maximal bewegliche Luftmenge in der Lunge angibt. Aus diesen 2 Werten ergibt sich die sogenannte relative Einsekunden-Kapazität, auch Tiffeneau-Index genannt. Üblicherweise liegt dieser bei über 75%. Liegt er unter 70%, dann kann eine COPD vorliegen. Aber auch im Alter nimmt dieser Index ab, sodass er nicht alleinig geeignet ist für die Diagnosestellung.
Um die Diagnose COPD zu stellen, werden die sogenannten GLI (Global Lung Initiative)-Werte bevorzugt. Diese Werte berücksichtigen auch das Alter und das Geschlecht der Patienten. Somit wird bei jüngeren Patienten seltener eine COPD übersehen und bei älteren Menschen wird seltener zu Unrecht eine COPD diagnostiziert, wenn sie eigentlich gar nicht vorliegt. Diese Untersuchung kann in der hausärztlichen Arztpraxis durchgeführt werden und dauert üblicherweise nur wenige Minuten. Wichtig ist, dass man die Anweisungen des Fachpersonals versteht und befolgt.
Eine weitere Untersuchung sind Röntgenaufnahmen vom Brustkorb. Damit werden Veränderungen in der Lunge sichtbar gemacht und man kann auch andere Erkrankungen erkennen, die behandelt werden müssen, z. B. Krebs.
Wenn nach diesen Untersuchungen der Verdacht auf COPD besteht, dann werden weitere ergänzende Tests durchgeführt, um die Diagnose COPD zu überprüfen.
Ein sogenannter Reversibilitätstest wird durchgeführt, wenn die Lungenfunktion-Messung verengte Atemwege nachgewiesen hat. Mit diesem Test kann man COPD von Asthma unterscheiden. Für diese Untersuchung bekommt man ein Medikament, welches die verengten Bronchien erweitert. Kurz danach wird die Lungenfunktion erneut gemessen. Wenn durch das Medikament die Atmung sich normalisiert hat, dann ist Asthma sehr wahrscheinlich. Eine COPD kann man ausschließen, weil in diesem Fall die Verengungen nicht oder nur wenig rückgängig (reversibel) sind. Dies ist ein wichtiger Unterschied zwischen Asthma und COPD.
Die sogenannte Ganzkörperplethysmografie ist – wie die Spirometrie – eine Untersuchung zur Messung der Lungenfunktion. Man führt sie durch, wenn die Verengungen der Atemwege mit der Spirometrie nicht sicher nachweisbar waren. Diese Untersuchung ist auch für Patienten geeignet, die die Anweisungen bei einer Spirometrie nicht (ausreichend) umsetzen können. Hiermit kann man das Luftvolumen der Lunge und den Widerstand in den Atemwegen messen. Dabei sitz man in einer geschlossenen, luftdichten Messkammer mit Wänden aus Glas. Die Nase ist mit einer Klemme verschlossen und man atmet durch ein Mundstück ruhig ein und aus. Ein spezielles Gerät zeichnet die Ergebnisse auf. Diese sind weniger von einer entsprechenden Mitarbeit des Patienten abhängig als bei der Spirometrie. Diese Untersuchung wird üblicherweise in einer Facharztpraxis für Lungenerkrankungen durchgeführt.
Die Ermittlung der sogenannten Diffusionskapazität für Kohlenstoffmonoxid (DLCO) ist eine weitere ergänzenden Untersuchung. Damit kann man ungefähr einschätzen, wie viele Lungenbläschen noch für den Gasaustausch funktionsfähig sind und wie viele überbläht und nicht mehr belüftet sind. Dabei atmet man ein bestimmtes ungefährliches Luftgemisch ein, das eine genau festgelegte Menge an Kohlenmonoxid (CO) enthält. Man hält kurz die Luft an und atmet anschließend wieder aus. Kohlenmonoxid ist ein Gas, das in der Luge genauso wie Sauerstoff ins Blut übergeht. In der ausgeatmeten Luft ist entsprechend weniger CO enthalten. Dieser Anteil wird gemessen und somit kann man ungefähr abschätzen, wie groß die Emphysemanteile in der Lunge sind. In diesen wird weder Kohlenmonoxid noch Sauerstoff aufgenommen. Diese Untersuchung dauert nur wenige Minuten.
Eine mögliche Zusatzuntersuchung ist die Computertomographie. Sie wird durchgeführt, wenn die bisherigen Untersuchungen unklar sind oder wenn eine gestartete Behandlung nicht wirksam ist. Mit Hilfe von Röntgenstrahlen erzeugt ein Computer Schnittbilder der untersuchten Region. Dabei liegt man auf einem Untersuchungstisch und ein großer Ring bewegt sich um den Patienten herum. Die Bilder entstehen innerhalb von wenigen Sekunden. Die Untersuchung ist schmerzlos und verbunden mit einer höheren Strahlenbelastung als bei einer normalen Röntgenaufnahme.
Die COPD ist nicht heilbar und schreitet üblicherweise fort. Es gibt allerdings mehrere Behandlungsmöglichkeiten.
Mögliche Ziele einer Behandlung können sein:
Zusammen mit dem Behandlungsteam werden die wichtigsten persönlichen Ziele definiert, worauf sich die Behandlung richtet. Bei der Auswahl der Behandlung spielen außerdem das Alter, die Begleiterkrankungen und das Lebensumfeld eine Rolle.
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die auch kombiniert werden können:
Medikamente alleine reichen nicht aus als Behandlung für die COPD. Sie werden durch verschiedene Maßnahmen ergänzt.
Durch Rauchen wird die Lunge beschädigt – sie kann sich nicht mehr selbst reinigen und die Atemwege werden gereizt. Dies führt zu einer vermehrten Schleimbildung und damit zu Entzündungen.
Rauchen ist außerdem die Hauptursache für die Entstehung einer COPD. Durch das Rauchen werden die Beschwerden verstärkt, was dazu führt, dass die COPD schneller fortschreitet. Menschen mit COPD, die rauchen, haben oft einen schlechteren Verlauf, öfter plötzliche Verschlechterungsschübe und müssen öfter deswegen ins Krankenhaus.
Da Rauchen die Abwehrkräfte schwächt, ist man anfälliger für Atemwegsinfekte. Menschen mit COPD, die rauchen, brauchen oft mehr oder stärkere Medikamente, um die Beschwerden zu lindern. Damit steigt auch das Risiko für Nebenwirkungen. Rauchen ist zudem schädlich für das Herz und die Gefäße und es erhöht das Risiko für Lungenkrebs.
Belastend ist auch das Passivrauchen – durch den Tabakrauch von anderen rauchenden Personen im selben Raum oder in der Umgebung.
Menschen, die rauchen, sind sowohl körperlich abhängig von Nikotin als auch psychisch ans Rauchen gewöhnt. In der Arztpraxis kann man Informationen zu Unterstützungsangeboten erhalten, um mit dem Rauchen auf zu hören. Eine kombinierte Behandlung bestehend aus einer Verhaltenstherapie und Nikotinersatz-Präparaten hilft am besten.
Die Verhaltenstherapie ist ein psychotherapeutisches Behandlungsverfahren. In einer Einzel- oder Gruppenbehandlung lernt man Wege aus der Alltagsgewöhnung an das Rauchen. Als Nikotinersatz-Präparate gibt es z. B. Pflaster, Sprays oder Kaugummis.
Auch der Wirkstoff Vareniclin kann eingesetzt werden zur Raucherentwöhnung. Er wirkt ähnlich wie Nikotin, verringert Entzugsbeschwerden und auch das Rauchverlangen. Mögliche Nebenwirkungen können sein z. B.: Übelkeit, Schlafstörungen und abnorme Träume.
Sport und Bewegung im Alltag sind wichtig und gesund, auf für Menschen mit COPD. Somit kann die Luftnot gelindert werden, man bleibt belastbar und man kann im Alter besser allein zurechtkommen. Wichtig ist, dass das Training an die eigenen persönlichen Fähigkeiten angepasst und mit dem Arzt besprochen wird. Mögliche Ausdauersportarten sind z. B. Schwimmen, Fahrradfahren und Nordic Walking.
Plötzliche Luftnot wird oft als sehr bedrohlich wahrgenommen. Bestimmte Selbsthilfetechniken können das Atmen in solchen Situationen erleichtern und damit Sicherheit geben und Ängste verringern.
Diese kann man von Fachleuten in einer Schulung, Rehabilitation, beim Lungensport oder bei der Physiotherapie erlernen und üben. Am besten ist es, wenn man möglichst schnell nach der Diagnose damit beginnt und ständig übt.
Lippenbremse: hierbei liegen die Lippen locker aufeinander und beim Ausatmen lässt man die Luft langsam zwischen den Lippen aus der Mundhöhle hinaus strömen. Durch den gleichmäßigen Druckabfall in den Atemwegen wird das Ausatmen erleichtert und die Atemwegen bleiben offener und das Atmen fällt leichter. Mit Absicht zusätzlich viel Lust einzuatmen hilft nicht.
Atmungserleichternde Körperstellungen können bei Luftnot das Atmen erleichtern. Die Arme sollen dabei nicht hängen. Dadurch werden die Schultern hochgedrückt. Beispiele sind der Kutschersitz, die Torwart-Stellung oder das Abstützen der Arme im Stehen. Der Brustkorb wird dadurch vom Gewicht der Schultern entlastet und die Atemmuskeln können besser arbeiten. Man kann eine dieser Körperstellung zusammen mit der Lippenbremse anwenden, um das Atmen weiter zu erleichtern.
Wenn man durch Luftnot der Alltag eingeschränkt ist und körperliches Training und erlernte Selbsthilfetechniken nicht ausreichend sind, dann kann Atem-Physiotherapie angeboten werden. Ziel ist es, die Atemfunktion zu erhalten, zu verbessern oder wieder herzustellen. Auch kann diese helfen, wenn man viel Schleim in den Atemwegen hat, den man nur schlecht oder gar nicht abhusten kann. Man kann auch während der normalen Physiotherapie eine Atem-Physiotherapie ergänzend erhalten, um belastbarer zu werden.
Patientenschulungen sind hilfreich, um die Krankheit zu verstehen und somit den Alltag darauf einzustellen. Inhalte, die vermittelt werden, sind z.B.:
Dies kann mehrere Vorteile mit sich bringen. Z. B. man kann schneller einen Verschlechterungsschub erkennen und besser die Selbsthilfe anwenden, man kann besser das Gespräch mit dem Arzt gestalten und leichter die empfohlene Behandlung durchführen.
An der Schulung können, wenn gewünscht, auch wichtige Bezugspersonen teilnehmen. Bei Bedarf können auch Nachschulungen stattfinden, um z. B. Erlerntes aufzufrischen. Die Schulung wird gehalten von Fachleuten aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen.
Der COPD-Aktionsplan beinhaltet die persönliche Behandlung und Vorgehensweise bei einer Exazerbation und im Notfall. Er ist ein wichtiges Hilfsmittel in der Behandlung der COPD. Wichtig ist, dass man ihn mit dem Arzt bespricht und immer zu den Kontrollterminen mitbringt.
Eine Ernährungsberatung wird angeboten, wenn man unter- oder übergewichtig ist. Dabei lernt man auch, wie man ungünstige Ernährungsgewohnheiten ablegt, und man bekommt Informationen über eine richtige und ausgewogene Ernährung.
Wenn man wegen der COPD ungewollt zu viel Gewicht verloren hat und man dadurch untergewichtig und schwach und dadurch besonders anfällig ist, dann sollte man eine sogenannte hochkalorische Spezialnahrung (d. h. Zusatznahrung, die viele Kalorien enthält) erhalten.

Wenn die COPD stark fortschreitet, dann kann es sein, dass die Lunge nicht mehr ausreichend Sauerstoff aufnimmt, was zu einem Sauerstoffmangel im Blut (respiratorische Insuffizienz) führt.
Eine respiratorische Insuffizienz vom Typ I liegt dann vor, wenn nur die Sauerstoffaufnahme gestört ist, nicht aber die Kohlendioxidabgabe. Eine Langzeitbehandlung mit Sauerstoff führt zu einer besseren Sauerstoffversorgung. Neben dem Sauerstoffmangel im Blut kann manchmal auch die Abgabe von Kohlendioxid (CO2) gestört sein. Dies wird respiratorische Insuffizienz vom Typ II genannt. In diesem Fall kann eine häusliche nicht-invasive Beatmung helfen.
Eine sogenannte Blutgas-Analyse kann die Anteile an Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut bestimmen. Je nach Wert (Partialdruck) wird zwischen den 2 Typen respiratorischer Insuffizienz unterschieden.
Menschen mit COPD, die rauchen, sollen zur Tabakentwöhnung beraten werden, bevor sie mit der Aufnahme von zusätzlichem Sauerstoff beginnen. Eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie kann weniger gut helfen, wenn man raucht. Außerdem besteht durch die Anwendung von Feuer und Sauerstoff ein Verletzungsrisiko, vor allem für Brandverletzungen im Gesicht.
Eine Langzeitbehandlung mit Sauerstoff (Langzeit-Sauerstoff-Therapie, englisch: Long Term Oxygen Therapie, LTOT) versorgt das Gewebe besser mit Sauerstoff und entlastet somit die Atemmuskulatur.
Sie kommt in Frage, wenn die Lunge nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen kann, aber das CO2 noch abgeben kann. Um zu prüfen, ob ein Sauerstoffmangel vorliegt, kann in der Arztpraxis die Sauerstoff-Sättigung mit Hilfe eines sogenannten Puls-Oximeters gemessen werden. Dies ist ein kleines Gerät, welches am Finger oder am Ohrläppchen befestigt wird.
Dabei erhält man über einen dünnen Schlauch, der unterhalb der Nase verläuft, Sauerstoff über mindestens 16 Stunden pro Tag.
Diese Therapie kann bei Menschen mit schwerem Sauerstoffmangel das Leben verlängern.
Es soll regelmäßig überprüft werden, ob der Sauerstoffmangel noch besteht und behandelt werden muss. Eine nicht mehr benötigte Behandlung soll rechtzeitig beendet werden.
Eine nicht-invasive Behandlung unterstützt die eigene Atmung. Dabei erhält man Luft über eine Atemmaske oder einen Atemhelm mit einem bestimmten Druck, der die Atemmuskulatur entlastet und die Abgabe von CO2 beim Ausatmen erleichtert. Nicht-invasiv heißt, dass kein Schlauch in die Luftröhre eingeführt wird.
Diese Behandlung stellt eine mechanische Unterstützung des Atmens dar und kann angewendet werden, wenn die Lunge nicht genug Sauerstoff aufnehmen und außerdem auch nicht genug Kohlendioxid abgeben kann. Dies kann der Fall sein während einer Exazerbation.
Die Beatmung wird üblicherweise in einem Krankenhaus eingestellt und wird regelmäßig überprüft. Die Maske oder den Helm trägt man zu Hause und die Beatmung kann auch zeitweise unterbrochen werden. Es wird außerdem in regelmäßigen Abständen geprüft, ob man die Beatmung noch benötigt oder ob man sie beenden kann.
Menschen mit COPD können sich durch Angst vor plötzlichen Luftnot seelisch belastet fühlen. Außerdem sind durch die Erkrankung bestimmte Freizeitaktivitäten nicht oder nur beschränkt möglich und auch die sozialen Kontakte können geringer ausfallen als üblich. Dies kann zu beruflichen und privaten Belastungen führen, die wiederum den COPD-Verlauf ungünstig beeinflussen können.
Wichtig ist, um mit dem Arzt darüber zu sprechen. Dieser kann ggf. eine psychosoziale Unterstützung und Beratung oder auch eine psychotherapeutische Betreuung anbieten
Menschen mit COPD müssen nicht auf den normalen und gewohnten Lebensalltag verzichten. Man muss sich schon an der veränderten Situation gewöhnen und lernen die Erkrankung und ihre Auswirkungen in den Alltag zu integrieren. Sich mit anderen Menschen mit COPD auszutauschen kann hierbei hilfreich sein.
Atemwegserweiternde Medikamente werden – neben Rauchstopp und körperlicher Aktivität – gegen die COPD-Beschwerden eingesetzt. Außerdem können durch deren Einsatz Verschlechterungen und Notfälle verhindert werden. Wenn man häufiger einen plötzlichen Verschlechterungsschub hatte, dann können weitere Medikamente eingesetzt werden.
Bevorzugt werden Arzneimittel, die man einatmet (inhaliert). Diese können direkt in der Lunge ihre Wirkung entfalten und können dadurch in viel niedrigeren Dosierungen angewendet werden als Tabletten zum Einnehmen. Deswegen sind auch die Nebenwirkungen geringer. Entscheidend ist die richtige Inhalationstechnik.
Je nach Beschwerden und Häufigkeit plötzlicher Verschlechterungen, wird entschieden welche Wirkstoffe eingesetzt werden.
Es gibt 2 Hauptgruppen von COPD-Medikamenten:
Bedarfs-Medikamente: werden nur bei Bedarf eingesetzte, z. B. um plötzliche Beschwerden schnell zu lindern. Sie erweitern die Atemwege in der Lunge. Die Wirkung hält üblicherweise nur einige Stunden an.
Dauer-Medikamente: werden täglich eingenommen, unabhängig davon ob man Beschwerden hat oder nicht. Sie erweitern ebenfalls die Atemwege. Bei regelmäßiger Anwendung bessern sich die Beschwerden, Luftnot-Anfälle kommen seltener vor und man ist weniger eingeschränkt im Alltag.
Es werden 2 Wirkstoffgruppen eingesetzt: die sogenannten Beta-Sympathomimetika und die Anticholinergika. Diese werden eingeatmet (inhaliert) und sogen dafür, dass die Atemwege sich weiten und das Atmen leichter fällt. In beiden Wirkstoffgruppen gibt es kurz- und langwirksame Wirkstoffe. Die kurzwirksamen Wirkstoffe wirken schnell und für eine kurze Zeit (einige Stunden) und werden als Bedarfs-Medikament („Notfall-Spray“) eingesetzt. Deswegen ist es wichtig, dass man diese Medikamente immer greifbar hat. Die Wirkung der langwirksamen Wirkstoffe tritt üblicherweise erst später ein und hält länger an. Diese Werden als Dauer-Medikament eingesetzt.
Kurzwirksame Anticholinergika (short-acting muscarinic antagonist, SAMA) hemmen den körpereigenen Botenstoff Acetylcholin. Dadurch werden bestimmte Nerven-Impulse nicht weitergeleitet und die Bronchien weiten sich. Somit wird die Luftnot gelindert. Die Wirkung hält mehrere Stunden an.
Ipratropium ist ein Wirkstoff aus dieser Wirkstoffgruppe. Er wird bei Bedarf inhaliert, z. B. bei plötzlicher Luftnot oder einem Hustenanfall.
Nebenwirkungen können sein z.B.:
Kurzwirksame Beta-Sympathomimetika (Short-Acting Beta-Agonists, SABA) werden am häufigsten als Bedarfs-Medikament eingesetzt. Sie erweitern die Atemwege und lindern so die Luftnot. Die Wirkung tritt rasch ein und hält einige Stunden an.
Wirkstoffbeispiele sind: Salbutamol, Fenoterol oder Terbutalin. Sie werden ebenfalls bei Bedarf inhaliert, z. B. bei plötzlicher Luftnot oder einem Hustenanfall.
Mögliche Nebenwirkungen sind z. B.:
Langwirkende Anticholinergika (long-acting muscarinic antagonist, LAMA) hemmen den körpereigenen Botenstoff Acetylcholin. In Folge werden Nervenimpulse nicht weitergeleitet und die Bronchien erweitern sich. Die Wirkung hält längere Zeit an.
Wirkstoffbeispiele sind: Tiotropium oder Aclidinium. Je nach Wirkstoff werden sie 1- bis 2-mal täglich inhaliert.
Nebenwirkungen können sein z. B.:
Langwirksame Beta-Sympathomimetika (Long-Acting Beta-Agonists, LABA) erweitern die Atemwege für – je nach Wirkstoff – 12 bis 24 Stunden. Wirkstoffbeispiele sind: Formoterol, Indacaterol, Olodaterol oder Salmeterol. Sie werden üblicherweise morgens und abends bzw. nur 1-mal täglich morgens inhaliert.
Nebenwirkungen können z. B. sein:
LAMA und LABA können bei COPD auch miteinander kombiniert werden.
Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das verschiedene Wirkungen hat, z. B. Entzündungen hemmen oder allergische Reaktionen und das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken.
Kortison-ähnliche Medikamente enthalten einen Wirkstoff, der ähnlich wirkt wie Kortison. Sie sind auch unter dem Namen „Kortikosteroide“ oder „Glukokortikoide“ bekannt. Sie wirken nicht schnell, sondern lang. Sie sind ein wichtiges Medikament bei der Asthma Therapie und wirken gegen die ständige Entzündung in den Atemwegen. Bei COPD hilft eine Langzeittherapie mit Kortison-ähnlichen Medikamenten oft nicht.
Medikamente mit diesen Wirkstoffen werden üblicherweise inhaliert (Kortison zum Inhalieren, ICS). Durch die Inhalation wirken sie vor allem in der Lunge, niedrige Dosierungen sind ausreichend und daher haben sie auch weniger Nebenwirkungen als Kortison zum Einnehmen (z. B. Tabletten). Wirkstoffbeispiele sind: Beclometason, Budesonid oder Fluticason.
Mögliche Nebenwirkunen sind z. B.:
Eine Pilzerkrankung im Mund-Rachen-Raum kann man verhindern, wenn man nach der Inhalation etwas isst oder trinkt und den Mund ausspült, gurgelt oder die Zähne putzt.
Roflumilast gehört zu der Wirkstoffgruppe der sogenannten Phosphodiesterase-4-Hemmer (PDE-4-Hemmer) und wirkt gegen Entzündungen. Er kann als zusätzliches Dauer-Medikament bei Patienten mit schwerer COPD eingesetzt werden. Die Tabletten werden üblicherweise 1-mal täglich eingenommen.
Mögliche Nebenwirkungen sind z. B.:
Schleimlösende Medikamente (Mukolytika) lösen den zähen Schleim und erleichtern das Abhusten. Sie können eingesetzt werden, wenn Beschwerden wie zäher Schleim und Husten überwiegen. Beispiel ist der Wirkstoff N-Acetylcystein.
Mögliche Nebenwirkungen sind z. B.:
Ziele der Therapie sind: die Beschwerden verbessern, die bestmögliche Lungenfunktion beibehalten und das Risiko für medikamentöse Nebenwirkungen so gering wie möglich halten.
Eine Behandlung ohne Medikamente ist möglich, wenn keine plötzlichen Verschlechterungen (Exazerbationen) aufgetreten sind und man mit den aktuellen Beschwerden gut zurechtkommt und nicht eingeschränkt ist. Auf Medikamente kann man allerdings nicht verzichten, wenn in der Vergangenheit schon eine schwere Exazerbation aufgetreten ist. Dies ist eine gefährliche Notfallsituation, die mit Hilfe von Medikamenten möglichst zu verhindern ist.
Medikamente zum Inhalieren bei Bedarf : Kurzwirksame Wirkstoffe helfen schnell wenn Atembeschwerden auftreten. Man sollte das Medikament immer dabei haben, um es im Notfall anwenden zu können.
Wenn man ein Bedarfs-Medikament sehr häufig inhaliert, dann kann die COPD unbemerkt fortschreiten und es kann häufiger zu einem plötzlichen Verschlechterungsschub kommen. Eine Dauerbehandlung mit entsprechenden Dauer-Medikamenten wäre wirksamer.
Dauer-Medikamente zum Inhalieren: Wenn die Atembeschwerden anhalten oder sich nicht ausreichend lindern lassen, dann reichen die Bedarfs-medikamente nicht mehr aus und eine Dauer-Therapie ist angezeigt. Dabei wendet man täglich ein langwirksames atemwegserweiterndes Medikament zum Inhalieren (LAMA oder LABA) an. Dieses wird dauerhaft angewendet, auch wenn man gerade keine Beschwerden hat. Die Medikamente linder die Atembeschwerden und beugen Notfälle vor.
Dauer-Medikamente zum Inhalieren: LAMA und LABA lindern die Atembeschwerden und beugen Notfälle vor. Wenn ein Wirkstoff alleine nicht ausreicht, um die Beschwerden zu lindern, dann können LAMA und LABA auch miteinander kombiniert werden. Bei sehr starken Beschwerden kann man auch direkt mit der Kombination die Behandlung starten.
Behandlung, wenn plötzliche Verschlechterungen (Exazerbationen) schon aufgetreten sind:
Ziel der Therapie ist es, die Anzahl und Schwere der Exazerbationen zu verringern und den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern. Wenn man schon eine oder mehrere plötzliche Verschlechterungen hatte, dann reichen Bedarfs-Medikamente nicht aus. Man inhaliert dann täglich Dauer-Medikamente. Angewendet werden LAMA oder LAMA in Kombination mit LABA.
Wenn nichts gegen die starken Beschwerden hilft, dann werden Kortison-Tabletten täglich eingenommen. Diese werden nur so gering wie möglich dosiert und nur vorübergehend (einige Tage) eingenommen. Danach wird diese Behandlung beendet. Sie müssen nicht langsam abgebaut (ausgeschlichen werden). Der Arzt gibt entsprechend Anweisungen bezüglich der Einnahme des Absetzens.
Mögliche Nebenwirkungen bei einer Einnahme über mehrere Wochen bis Jahren können z. B. sein:

Videoberatung zur korrekten Anwendung des Inhalators bei Asthma und COPD

Strategien zu einem rauchfreien Leben und hilfreiche Tipps für den Rauchstopp

Wir sind gerne persönlich für Sie da, bei allen Fragen rund um Ihre Medikation
Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Geräte, womit man inhalieren kann. Damit der Wirkstoff tief in die Lunge gelangt, ist eine richtige Inhalationstechnik ausschlaggebend. Es ist wichtig, sich die richtige Technik anzeigen zu lassen.
Das häufige Üben und Vorführen in der Arztpraxis kann die Inhalationstechnik verbessern. Auch Patientenschulungen und die Apotheke können Ihnen dabei helfen und auch im Beipackzettel des jeweiligen Präparates findet man wichtige Informationen.
Hier kann man die Pharmazeutische Dienstleistung Inhalationstechnik verlinken
Es gibt verschiedene Inhalier-Geräte:
Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen sind an der Behandlung und Betreuung von Menschen mit COPD beteiligt: Haus- und Fachärzte, Apotheker, Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte, Krankenhäuser und Rehabilitations-Einrichtungen.
Eine lungenfachärztliche Praxis kommt dann in Frage, wenn z. B.:
Durch eine COPD ist man besonders anfällig für Atemwegs-Infekte. Verschiedene Krankheitserreger wie z. B. Grippe-Viren (Influenza-Viren) oder Pneumokokken können die COPD-Beschwerden verschlechtern. Impfungen können vor diesen Infektionen schützen.
Ein Krankenhausaufenthalt kommt in Frage z. B. bei:
Eine Rehabilitation (Reha) bietet Unterstützung bei der Bewältigung der verschiedenen Folgen der Erkrankung und der Therapie. Sie hilft dabei, das gewohnte Leben wieder auf zu nehmen: im Alltag, im Berufsleben und auch in der Gesellschaft.
Eine Reha kann sowohl tagsüber in bestimmten Einrichtungen (ambulant) oder in speziellen Kliniken (stationär) stattfinden.
Eine sogenannte pneumologische Rehabilitation kommt dann in Frage, wenn man durch die COPD so sehr beeinträchtigt ist, dass man den üblichen privaten und beruflichen Alltag nicht mehr bewältigen kann. Es soll damit u. a. verhindert werden, dass man dauerhaft auf Hilfe und Pflege angewiesen ist.
Die Ergotherapie ist ein fester Bestandteil einer pneumologischen Rehabilitation. Ziel ist es, durch die COPD verlorene Fähigkeiten im Alltagsleben wieder zu erreichen oder neue zu erlernen, z. B. das Anwenden eines Sauerstoffgerätes.
Eine Anschluss-Rehabilitation (Anschlussbehandlung, AHB) schließt sich unmittelbar an einen Krankenhausaufenthalt an, um den Behandlungs- und Betreuungsverlauf nicht zu unterbrechen.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Cristina Offermans.
Cristina Offermans ist Apothekerin und arbeitet als Senior Pharmacist bei DocMorris. Sie ist spezialisiert auf die Durchführung pharmazeutischer Dienstleistungen und setzt sich für eine moderne, patientenorientierte Arzneimittelversorgung ein. Mit ihrer Erfahrung stärkt sie die Beratungskompetenz im Apothekenteam und trägt zur Weiterentwicklung innovativer Services bei.
Stand 28.01.2025.

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Quellen und weiterführende Informationen:
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e. V.
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-002
Deutsche Atemwegsliga e. V.
https://www.atemwegsliga.de/