Schlaganfall Symptome erkennen bei Männern & Frauen




Ein Schlaganfall trifft Betroffene oft völlig unerwartet und verändert ihr Leben innerhalb von Sekunden. Meist macht er sich durch plötzliche Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen bemerkbar. Der Grund dafür ist meistens, dass ein Blutgerinnsel ein Gefäß im Gehirn verstopft. Es ist wichtig, die Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und schnell zu handeln – denn jede verlorene Minute erhöht das Risiko bleibender Hirnschäden erheblich.
Ein Schlaganfall, in Fachsprache Apoplex, ist ein akuter medizinischer Notfall, bei dem die Durchblutung des Gehirns plötzlich unterbrochen ist. Innerhalb von Sekunden können Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Ohne schnelle Hilfe sterben sie unwiederbringlich ab. Dies kann schwerwiegende Folgen für Bewegungsfähigkeit, Sprache, Gedächtnis und andere Körperfunktionen haben.
Ein Schlaganfall ist nicht nur eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland – er ist auch die führende Ursache für bleibende Behinderungen im Erwachsenenalter. Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Besonders betroffen sind ältere Menschen, doch auch Jüngere können erkranken. Glücklicherweise hat die Schlaganfall-Sterblichkeit in den letzten 25 Jahren in Deutschland deutlich abgenommen, was auf die verbesserte medizinische Versorgung und den flächendeckenden Zugang zu Spezialstationen (Stroke Units) in Krankenhäusern zurückgeführt wird.
Ein Schlaganfall kommt selten völlig ohne Vorwarnung. In vielen Fällen sendet der Körper bereits Stunden, Tage oder sogar Wochen zuvor erste Signale, sogenannte transitorische ischämische Attacken (TIA). Diese „Mini-Schlaganfälle“ ähneln in ihren Symptomen einem echten Schlaganfall, verschwinden jedoch meist innerhalb kurzer Zeit wieder vollständig.
Auch wenn die Beschwerden nur kurz anhalten, ist eine TIA ein medizinischer Notfall. Sie kann ein ernstzunehmender Vorbote für einen schweren Schlaganfall sein und sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden.
Die Symptome treten plötzlich auf, manchmal nur eins, manchmal mehrere. In der Regel ist nur eine Gehirnhälfte von der Schädigung betroffen. Das ist der Grund, warum die meisten Symptome nur einseitig auftreten:
! Da sich eine TIA äußerlich kaum von einem „großen“ Schlaganfall unterscheiden lässt, gilt: Bei Verdacht sofort den Notruf 112 wählen – jede Minute zählt, um bleibende Schäden zu verhindern.
Häufige Symptome bei Frauen
Häufige Symptome bei Männern
Ein Schlaganfall entsteht, wenn bestimmte Bereiche des Gehirns schlagartig nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Die Ursache dafür ist in den meisten Fällen ein Gefäßverschluss, manchmal auch eine Hirnblutung. Beide Formen führen zu einer akuten Schädigung von Hirngewebe, was lebensbedrohlichen Folgen haben kann.
Die Mehrheit aller Schlaganfälle ist ischämisch bedingt. Dabei wird ein Blutgefäß im Gehirn durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) verstopft, was die Sauerstoffversorgung des betroffenen Hirnareals abrupt unterbricht. Solche Gerinnsel entstehen häufig in den Halsschlagadern (Arteria carotis) oder im Herz, etwa bei Vorhofflimmern, und gelangen über den Blutkreislauf ins Gehirn.
Ein wesentlicher Risikofaktor für diese Gefäßverschlüsse ist die Arteriosklerose, eine chronische Gefäßerkrankung, bei der sich Fett, Kalk und Bindegewebe in den Arterienwänden ablagern. Diese sogenannten Plaques verengen die Gefäße und begünstigen die Bildung von Thromben.
Wird die Durchblutung nicht rasch wiederhergestellt und das betroffene Hirnareal nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, beginnen Nervenzellen bereits nach wenigen Minuten abzusterben, ein irreversibler Prozess, der zu bleibenden Schäden führen kann.
Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) sind rund 80 Prozent aller Schlaganfälle ischämisch.
Etwa 15 bis 20 % der Schlaganfälle entstehen durch eine Hirnblutung. Dabei platzt ein Äderchen im Gehirn, meist infolge von Bluthochdruck, Gefäßfehlbildungen oder einem Aneurysma. Das austretende Blut dringt in das umliegende Hirngewebe ein und erhöht den Druck im Schädelinneren. Dieser Druck kann zusätzlich gesunde Hirnareale schädigen und lebenswichtige Funktionen beeinträchtigen.
Unabhängig von der Ursache gilt: Je schneller die Durchblutung im Gehirn wieder funktioniert, desto größer sind die Chancen, bleibende Schäden zu vermeiden. Moderne Therapien wie die Thrombolyse oder mechanische Thrombektomie können bei rechtzeitiger Anwendung die Blutversorgung wiederherstellen und das Ausmaß des Hirnschadens deutlich reduzieren.
Bei gesunden Menschen ist die Bildung von Blutgerinnseln in den Gefäßen selten. Doch bestimmte Erkrankungen, Lebensgewohnheiten und genetische Veranlagungen können das Risiko für einen Schlaganfall deutlich steigern. Zu den häufigsten Risikofaktoren zählen:
Ein zentrales Krankheitsbild, das viele dieser Faktoren miteinander verbindet, ist die Arteriosklerose: eine chronische Gefäßverengung durch Ablagerungen aus Fett, Kalk und Bindegewebe. Sie betrifft besonders häufig die hirnversorgenden Arterien und ist eine der Hauptursachen für ischämische Schlaganfälle.
Treten typische Schlaganfall-Symptome wie Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen plötzlich auf und verschwinden nach kurzer Zeit wieder, kann es sich um eine transitorische ischämische Attacke (TIA) handeln. Dabei wird ein Hirngefäß kurzzeitig durch ein Gerinnsel blockiert, das sich von selbst wieder auflöst.
Auch wenn keine bleibenden Schäden entstehen, ist eine TIA ein ernstzunehmender Warnhinweis – sie signalisiert ein erhöhtes Risiko für einen „echten“ Schlaganfall und sollte dringend ärztlich abgeklärt werden.
Viele Menschen überleben einen Schlaganfall – doch er kann das Leben nachhaltig verändern. Je nach Schweregrad und betroffener Hirnregion kann es zu unterschiedlichen körperlichen, kognitiven und seelischen Beeinträchtigungen kommen. Häufige Folgen sind:
Ein Teil der Betroffenen ist nach dem Schlaganfall dauerhaft auf Unterstützung im Alltag oder sogar auf Pflege angewiesen. Zwar bessern sich viele Beschwerden im Laufe der Rehabilitation – insbesondere in den ersten sechs Monaten –, doch etwa 40 % der Überlebenden behalten langfristig stärkere Einschränkungen.
Zudem ist das Risiko für einen weiteren Schlaganfall erhöht: Rund 5 Prozent der Betroffenen erleiden innerhalb des ersten Jahres einen erneuten Schlaganfall. Auch andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte treten häufiger auf. Etwa 30 von 100 Menschen sterben innerhalb eines Jahres an den direkten oder indirekten Folgen des Schlaganfalls.
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall zählt jede Minute. Die Diagnose durch den Notarzt beginnt mit erster Untersuchung, bei der der Arzt auf typische neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen prüft. Danach wird der Betroffene sofort möglichst in ein auf Schlaganfälle spezialisiertes Krankenhaus gebracht (Stroke Unit).
Um die Ursache und das Ausmaß der Schädigung zu bestimmen, kommen oft bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder die Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz. Diese ermöglichen es, zwischen einem ischämischen und einem hämorrhagischen Schlaganfall zu unterscheiden – eine entscheidende Voraussetzung für die richtige Therapie.
Ziel der Akutbehandlung eines Schlaganfalls ist es, Leben zu retten und bleibende Schäden im Gehirn zu minimieren. Hierfür muss das Gehirn möglichst schnell wieder durchblutet werden. Entscheidend für die Wahl der Therapie ist, ob es sich um einen ischämischen Schlaganfall (durch ein Blutgerinnsel) oder um eine Hirnblutung handelt.
Bei einem ischämischen Schlaganfall wird versucht, das verschlossene Gefäß so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Dafür stehen zwei Verfahren zur Verfügung:
Ein Medikament, ein sogenanntes Fibrinolytikum, wird über eine Infusion verabreicht, um das Gerinnsel aufzulösen. Diese Behandlung ist allerdings nur innerhalb eines Zeitfensters von bis zu 4,5 Stunden nach Symptombeginn wirksam.
Die Thrombektomie ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem ein Katheter über die Leistenarterie bis zur verstopften Hirnarterie vorgeschoben wird, um dort ein Blutgerinnsel mechanisch zu entfernen. Mithilfe eines sogenannten Stent-Retrievers oder durch Absaugung wird das Gerinnsel eingefangen und herausgezogen, um die Durchblutung im Gehirn wiederherzustellen.
Diese Methode ist noch relativ neu und wird als „Revolution der Schlaganfalltherapie“ bezeichnet. Sie hat die Behandlungsmöglichkeiten bei schweren ischämischen Schlaganfällen – insbesondere bei Verschlüssen großer Hirnarterien, bei denen medikamentöse Therapien oft nicht ausreichen – stark verändert.
Beide Verfahren können kombiniert werden, um die Erfolgschancen zu erhöhen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist eine schnelle Einweisung in eine spezialisierte Stroke Unit einer Klinik, wo rund um die Uhr ein interdisziplinäres Team bereitsteht.
Bei einer Hirnblutung steht die Stillung der Blutung im Vordergrund. Die Therapie umfasst meist eine strikte Blutdruckkontrolle, gegebenenfalls die Umkehr blutverdünnender Medikamente und in bestimmten Fällen eine neurochirurgische Operation zur Druckentlastung. Auch hier ist eine rasche Diagnostik per CT oder MRT entscheidend, um die richtige Therapie einzuleiten.
Die weitere Behandlung richtet sich nach der Schwere des Schlaganfalls, den neurologischen Ausfällen und den Ergebnissen weiterführender Untersuchungen.
Ob und welche vorbeugenden Maßnahmen sinnvoll sind, hängt stark von individuellen Risikofaktoren und Vorerkrankungen ab. Ziel ist es, die Gefäßgesundheit zu stabilisieren und das Risiko für Blutgerinnsel zu senken. Ihr Arzt wird
Diese Maßnahmen gelten sowohl zur Primärprävention als auch zur Sekundärprävention – also zur Vermeidung eines erneuten Schlaganfalls bei bereits Betroffenen. In bestimmten Fällen kann auch ein operativer Eingriff an verengten Halsschlagadern (z. B. Stent-Implantation) sinnvoll sein. Dabei sollten Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen werden.
!!!Diese Maßnahmen wirken oft genauso effektiv wie Medikamente – vor allem, wenn sie konsequent umgesetzt werden.
Nach der Akutbehandlung beginnt für viele Betroffene die Phase der** Rehabilitation**, die oft bereits im Krankenhaus eingeleitet wird. Ziel der Reha ist es, verloren gegangene Fähigkeiten, etwa beim Sprechen, Gehen oder Greifen, möglichst wiederherzustellen oder durch neue Strategien zu kompensieren.
Durch gezielte Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie werden die noch intakten Hirnareale aktiviert und trainiert, um Aufgaben der geschädigten Bereiche zu übernehmen. Dieser Prozess basiert auf der sogenannten neuronalen Plastizität – der Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu organisieren.
Je früher mit der Rehabilitation begonnen wird, desto besser sind die Chancen auf funktionelle Verbesserungen. Auch psychologische Betreuung und soziale Unterstützung sind wichtige Bestandteile, um die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern und die Lebensqualität langfristig zu verbessern.

Diesen Artikel verfasste unsere Apothekerin Birgit Hartel.
Birgit Hartel ist Apothekerin und als Pharmazeutin bei DocMorris tätig. Sie ist besonders interessiert an den Themenbereichen Diabetes und Onkologie. Ihr Herzensanliegen ist es, komplexe Therapien verständlich zu machen und Menschen in belastenden Situationen mit verlässlichen Informationen zur Seite zu stehen.
Stand: 25.08.2025
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Quellen und weiterführende Informationen:
Deutsche Schlaganfall- Hilfe https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/start
Deutsche Herzstiftung https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/schlaganfall
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) https://www.gesundheitsinformation.de/schlaganfall.html
Robert Koch-Institut https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Nichtuebertragbare-Krankheiten-A-Z/S/Schlaganfall/schlaganfall-node.html
Deutsche Schlaganfallbegleitung (DSB) https://schlaganfallbegleitung.de/wissen/thrombektomie
https://schlaganfallbegleitung.de/wissen/schlaganfall-fakten
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