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Alle Informationen rund um Folsäure

Fachleute sind sich einig, dass Folsäure sehr wichtig für die gesunde Entwicklung des menschlichen Embryos ist. Folsäure (auch Vitamin B9 oder Folat genannt) kann vom Körper der Mutter nicht selbst hergestellt werden. Der Name leitet sich vom lateinischen Folium = Blatt ab, was auf das natürliche Vorkommen von Folsäure unter anderem in grünem Blattgemüse hindeutet. Allerdings ist der natürliche Folsäuregehalt vieler Lebensmittel relativ gering. Zudem ist natürliche Folsäure wie alle Vitamine empfindlich gegenüber Licht, Sauerstoff und Hitze, sodass der Folsäuregehalt von Lebensmitteln beim Lagern oder Zubereiten abnimmt.

Die Folgen von Folsäure-Mangel

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Folsäure (Folat) spielt eine wichtige Rolle bei allen Zellneubildungs- bzw. Zellteilungsvorgängen in unserem Körper. Während der Schwangerschaft ist es besonders wichtig wegen seiner Beteiligung an der Bildung von DNS-Bausteinen. Ein Folsäure-Mangel kurz vor und während der Schwanger- schaft kann die embryonale Entwicklung massiv stören, denn ein Folsäure- mangel begünstigt die Entwicklung von sog. Neuralrohrdefekten. Unter Neuralrohrdefekt (NRD) werden Fehlbildungen zusammengefasst, bei denen es in der Embryonalentwicklung zu einem unvollständigen Verschluss des Neuralrohrs kommt. NRD gehören zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen, die mit hoher Sterblichkeit bzw. schweren Behinderungen des Kindes einhergehen. Daneben werden auch Herzfehler, Harnwegsdefekte sowie die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten auf Folsäure-Mangel während der Embryonalentwicklung zurückgeführt. Darüber hinaus scheint ein Folsäure-Mangel die Sprachentwicklung des Kindes negativ zu beeinflussen und die Entstehung von Autismus zu begünstigen. Wird von der Mutter rechtzeitig und ausreichend Folsäure eingenommen, kann das Risiko eines Neuralrohr-Defekte um etwa 70% gesenkt werden.

Wann und wie viel Folsäure eingenommen werden sollte

Abbildung Aufnahme von Folsäure

Das Neuralrohr ist eine Struktur in der Embryonalentwicklung, die sich schon in der zweiten bis dritten Schwangerschaftswoche entwickelt. Aus ihr bildet sich das zentrale und periphere Nervensystem des Kindes. Bereits in der vierten Schwangerschaftswoche ist die Phase, in der sich das Neuralrohr verschließen sollte. Zu diesem Zeitpunkt wissen viele Frauen noch gar nicht, dass sie schwanger sind, oder stellen die Schwangerschaft gerade erst fest. Daher wird Frauen, die schwanger werden wollen oder können, empfohlen, vorsorglich schon vor der Schwangerschaft Folsäure einzunehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung 400 µg synthetische Folsäure pro Tag in Form eines Präparats einzunehmen. Diese zusätzliche Einnahme eines Folsäurepräparats sollte spätestens 4 Wochen vor Beginn der Schwangerschaft anfangen und während des 1. Drittels, also mindestens in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft beibehalten werden. Zusätzlich ist bei einer Einnahme von 400 µg synthetische Folsäure pro Tag auf eine folatreiche Ernährung mit viel Gemüse und Hülsenfrüchten zu achten. Dabei lässt sich im Detail allerdings höchstens ungefähr abschätzen, wie viel Folsäure tatsächlich in der Nahrung enthalten ist und ob diese tatsächlich vollständig vom Körper aufgenommen wurde.

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