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Trockene Augen

Augenärzte verstehen unter einem trockenen Auge eine Tränenfunktionsstörung. Entweder produzieren unsere Augen zu wenig Tränenflüssigkeit oder die Zusammensetzung des Tränenfilms weicht von den natürlicherweise vorkommenden Gegebenheiten ab. Die Folgen sind zunächst ein Müdigkeitsgefühl der Augen, verbunden mit einem Jucken oder Brennen. In schwereren Fällen kommt es zu Entzündungen der Augenoberfläche, begleitet von Rötungen der Bindehaut und der Augenlider sowie Schmerzen oder einem äußerst unangenehmen Fremdkörpergefühl. In Deutschland leiden derzeit etwa 10-12 Millionen Erwachsene an einem trockenen Auge – mit deutlich steigender Tendenz.

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Trockene Augen sind das Produkt unserer Zeit

Auch wenn unsere Schleimhäute mit zunehmendem Lebensalter naturgemäß weniger Feuchtigkeit produzieren, gibt es eine Reihe Umweltfaktoren, die das Auftreten eines trockenen Auges begünstigen können. Zwei Sachverhalte sind hier deutlich herauszustellen. Zum einen ist dies die rasante Zunahme der Bildschirmarbeit, die sich quer durch alle Berufsbilder zieht. Für Tätigkeiten, die vor einigen Jahren noch gänzlich ohne elektronische Unterstützung erledigt wurden, werden heute auf die Unterstützung des Computers zurückgegriffen. Auch im privaten Bereich haben Monitore und Displays in Form von Notebooks, Spielkonsolen und den allgegenwärtigen Handys Einzug gehalten. Das Problem dabei: Die Blinzelrate geht beim konzentrierten Starren auf die Bildschirme deutlich nach unten. Nur etwa 4-5 mal blinzelt jemand, der am Computer arbeitet. Bei Tätigkeiten ohne Bildschirm blinzeln wir etwa 15-20 mal. Dies macht klar, dass bei der Computerarbeit deutlich mehr Feuchtigkeit von der Augenoberfläche verdunsten kann und die Augen dabei stärker austrocknen.
Ein anderer Augenfeind ist die geheizte bzw. klimatisierte Raumluft. Ihr niedriger Feuchtigkeitsgehalt macht der Augenoberfläche stark zu schaffen. Besonders im Herbst und Winter nimmt die Zahl der Betroffenen daher deutlich zu.

Tränen sind nicht nur salziges Wasser

Mit Tränen drücken wir nicht nur extreme Gefühlslagen aus, sie erfüllen darüber hinaus sehr wichtige Aufgaben. Sie dienen der Befeuchtung der empfindlichen Horn- und Bindehaut, sie reinigen die Augenoberfläche von Staub und bekämpfen gleichzeitig durch in ihnen enthaltene Substanzen potenzielle Krankheitserreger. Von geradezu lebenswichtiger Bedeutung ist der Tränenfilm jedoch für die Zellen der Hornhaut. Die Tränen liefern diesen Zellen Nährstoffe und Sauerstoff, da dieser Teil des Auges keinen Anschluss an das Blutgefäßsystem des Körpers hat. Damit wird schnell klar, welch gravierende Folgen eine Störung des Tränenfilms haben kann. Diese Störung geht direkt zu Lasten der Hornhaut.
Betrachtet man den Tränenfilm genauer, erkennt man, dass er aus drei Schichten aufgebaut ist (nebenstehende Abbildung). Außen findet sich ein dünner Fettfilm (1), der verhindert, dass die darunter liegende wässrige Phase (2) zu schnell verdunstet. In dieser wässrigen Phase befinden sich die für die Hornhaut notwendigen Bestandteile, wie Sauerstoff, Nährstoffe und Spurenelemente. Damit sich die Tränenflüssigkeit gut und gleichmäßig auf der Augenoberfläche verteilt, ist noch eine dritte Schicht notwendig, die so genannte Mucinschicht (3). Sie sorgt dafür, dass Sauerstoff und Nährstoffe zuverlässig zu den Zellen gelangen.

Was passiert, wenn zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden ist, oder wenn aufgrund gesundheitlicher Veränderungen (z.B. Rheuma, Diabetes oder Veränderungen der Tränendrüse) diese nicht richtig zusammengesetzt ist? Der Tränenfilm wird nach und nach gedehnt, bis er an der schwächsten Stelle aufreißt (nebenstehende Abbildung). Jetzt fehlt den Zellen der Hornhaut der Zugang zu Sauerstoff und anderen überlebenswichtigen Substanzen. Dies wird von den Zellen nur begrenzte Zeit toleriert. Schon bald reagieren die betroffenen Bereiche der Augenoberfläche mit Entzündungssymptomen, wie Jucken, Brennen, Rötungen bis hin zu Schmerzen.


Effektive Beseitigung der Trockenheit

Heute stehen für die Behandlung von trockenen Augen effektive Augenbefeuchtungsmittel in Form von Augentropfen, -gelen oder –salben zur Verfügung. Die in diesen Präparaten enthaltenen Zubereitungen beinhalten Substanzen, die ein enormes Wasserbindungsvermögen zeigen. Mit ihnen gelingt es, große Mengen an Feuchtigkeit auf die Augenoberflächen zu bringen und dort für die notwendige intensive Befeuchtung zu sorgen. Da moderne Augenbefeuchtungsmittel im Allgemeinen vollkommen frei von Konservierungsmitteln sind, besitzen sie eine gute Verträglichkeit und können mehrmals am Tag eingesetzt werden.
Damit die Augen nachts nicht austrocknen, empfiehlt sich die abendliche Anwendung einer geschmeidigen Augensalbe. Augensalben empfehlen sich insbesondere für die nächtliche Anwendung, da die bei Augensalben unvermeidliche vorübergehende Einschränkung des Sehvermögens während dieser Zeit keine Probleme verursacht.

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